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Dissertationsprojekt von Sophia Egbert

Religion und Psychologie. Forschung und Lehre an evangelikalen Colleges, 1945–1998 (Arbeitstitel)

Mein Projekt beschäftigt sich mit der Implementierung christlich ausgerichteter Psychologiestudiengänge an evangelikalen Bildungseinrichtungen in den USA seit 1945. Ansatz des Projektes ist die These, dass die Modernisierung und der gesellschaftliche Bedeutungszuwachs christlich-konservativer Kreise in den Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts besser zu verstehen ist, wenn die historische Forschung sie erstens, nicht per se als Antagonist*innen von „Moderne“ begreift, sondern als gestaltende Akteur*innen. Zweitens hinterfrage ich in meiner Studie die bis heute in der Öffentlichkeit und der Forschung dominante Annahme, Neo-Evangelikale seien in der Regel antiintellektuell. Vor diesem Hintergrund argumentiere ich, dass das Einhaken neo-evangelikaler Hochschulen in zeitgenössisch aktuelle Forschungszweige und Ausbildungswege maßgeblich zu der gesellschaftlichen Verbreitung und Verankerung (neo-) evangelikaler Positionen beigetragen hat.

Das Vorhaben schließt an vier Forschungsdebatten an: History of Religion, Psychologiegeschichte, Geschichte des Selbst und Universitäts-/Wissenschaftsgeschichte. Aus den Ansätzen und Forschungsdiskursen ergeben sich drei inhaltliche Fragekomplexe: Finanzierung und Legitimierung, Evangelikale Wissenschaft und Forschungsdiskurse sowie Studierende und Lehrende. Methodisch soll sich die Studie dem Untersuchungsgegenstand aus drei Perspektiven annähern: institutionen-, diskurs- und akteurshistorisch. Betreut wird die Promotion von Prof. Dr. Ralph Jessen (Universität zu Köln) und Prof. Dr. Michael Hochgeschwender (LMU München).

 

Kurzbiografie

Sophia Egbert studierte Geschichte und Niederlandistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Universität zu Köln. Ab 2015 arbeitete sie als wissenschaftliche Hilfskraft von Prof. Dr. Ralph Jessen am Historischen Institut der Universität zu Köln. Außerdem konnte Sophia von 2017 bis 2019 zahlreiche praktische Erfahrung hinsichtlich Ausstellungskonzeption und -produktion sowie Veranstaltungsmanagement als studentische Hilfskraft bzw. Mitarbeiterin zur Aushilfe im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung sammeln. Seit 2018 arbeitet sie an ihrem Dissertationsprojekt. Ein short-term-fellowship des Deutschen Historischen Instituts Washington D.C. ermöglichte ihr im Juli/August 2018 eine erste, zwei-monatige Forschungsreise in die USA. Seit April 2019 ist sie Stipendiatin im Integrated Track der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne und erwarb eine Reiseförderung von „a.r.t.e.s international – for all“ für ihren vierwöchigen Forschungsaufenthalt in Illinois im Mai 2019. Seit Januar 2020 ist Sophia außerdem Mitglied der Forschergruppe "Religion und Moderne: Psychologie und Lebenswissenschaften an evangelikalen Colleges in den USA seit der Mitte des 20. Jahrhunderts", die von der Gerda-Henkel-Stiftung gefördert und von Dr. Stefanie Coché (JLU Gießen) geleitet wird.

Kontakt: segbert(at)smail.uni-koeln.de

 

Publikationen

Modekatalog der Firma Kemper KG, 1954/55, in: Alexander Kraus/Daniel Schmidt (Hrsg.), Eine Geschichte des modernen Gelsenkirchens in 25 Objekten, Essen 2016, S. 126–135.

Notizbuch eines türkischen Grubenschlossers. 1963/64, in: Alexander Kraus/Daniel Schmidt (Hrsg.), Eine Geschichte des modernen Gelsenkirchens in 25 Objekten, Essen 2016, S. 146–153.

„Architektonisch[r] Vandalismus im Schafspelz moderner Kunsttheorie.“ Die Skulptur Black Form als Mahnmal, das keines wurde (1987–1991), in: Alexander Kraus (Hrsg.) Aus den Augen, aus dem Sinn (Durch Münsteraner Geschichte(n), Route 5), Münster 2016, S. 79–94.

 

Vorträge (Auswahl)

Religion und Psychologie. Forschung und Lehre an evangelikalen Colleges in den USA, 1945–1998, Vortrag im Kolloquium der Neueren Geschichte, Gießen, 20.11.2019.

Religion and Psychology. Teaching and Research at Evangelical Higher Education in the US, 1945–1998, Vortrag im Forschungskolloquium der Nordamerikanischen Geschichte, Köln, 15.10.2019.

Religion und Psychologie. Forschung und Lehre an evangelikalen Colleges in den USA, 1945–1998, Vortrag im Oberseminar von Prof. Dr. Michael Hochgeschwender und Prof Dr. Ursula Prutsch, München, 5.11.2018.

 

Titelbild: Wheaton College, Hauptgebäude und Motto: „For Christ and His Kingdom. Since 1860“, Wheaton (IL) (Foto: Sophia Egbert) // Portraitfoto: Patric Fouad