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Dissertationsprojekt von Elias Friedrichs

Kultur und Kult der Tapferkeit. Versuch einer Neubewertung des mittelalterlichen Ritterethos' (Arbeitstitel)

Der Gegenstand meines Dissertationsprojekts ist die Diskursivierung und Narrativierung von Tapferkeit in den erzählenden Quellen des Mittelalters. Ich vertrete die These, dass Tapferkeit für den laikalen Kriegeradel von immenser Bedeutung ist und sich diese Bedeutung in den Quellen niederschlägt. Dies lässt sich vor allem an den Darstellungen und Beschreibungen von Kämpfen beobachten, an welchen sich zum einen ablesen lässt, dass Tapferkeit und Gewalt aufs Engste miteinander verknüpft sind. Zum anderen zeigt sich, dass Kampfbeschreibungen häufig nach einem reziproken Schema des Austauschs von Gewalt verlaufen, welches die Tendenz hat, sich legitimatorischen Fragen zu entziehen. Der Kampf als zentraler Bestandteil einer ritterlichen Kultur verweist somit auf die Stellung des Adligen in der Welt und sein Verhältnis zu Gott, der Kirche und anderen Adligen.

Des Weiteren ergibt sich aus den genannten Beobachtung ein Widerspruch zwischen einer auf Gewalt gegründeten weltlichen Herrschaftsschicht und einer ethisch-religiösen Norm, die Gewalt vielfach tabuisiert. Anstatt diesen Widerspruch in einer Dichotomie von „zivilisiertem Rittertum“ und heroisch-gewalttätigen Kriegertum aufzulösen, greife ich auf das Konzept der kulturellen Ambiguität zurück und untersuche, wie in der vormodernen Kultur des Mittelalters derart widersprüchliche Aussagen durch die Glorifizierung und Auratisierung von Tapferkeit miteinander verbunden werden.

 

Kurzbiographie

Elias Friedrichs, M.A., geboren 1987 in Frankfurt am Main, studierte im Bachelor von 2008 bis 2012 Deutsche Philologie und Geschichte und im Master von 2012 bis 2016 Deutsche Philologie und Mittelalterstudien an der Universität zu Köln. In seiner Bachelorarbeit behandelte Elias Friedrichs das Thema Sexualität im „Parzival“ als vergleichende Studie zwischen mittelhochdeutschem Original und moderner Adaptation. Seine Masterarbeit befasste sich mit dem im spätklassischen Artusroman „Diu Crône“ und dem literarischen Phänomen der Anschaulichkeit, das er zugleich von einer klassisch-rhetorischen und einer modernen bildtheoretischen Seite beleuchtete.

Während des Studiums arbeitete Elias Friedrichs zunächst als Studentische Hilfskraft beim Prüfungsamt der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Nach dem Abschluss des Bachelors war er gleichzeitig als Tutor am Historischen Institut und als Wissenschaftliche Hilfskraft von Prof. Dr. Udo Friedrich (IdSL I) engagiert. Nach dem Abschluss des Masters arbeitete Elias Friedrichs weiter am Lehrstuhl Friedrich, bis er 2018 eine Promotionsstelle im Graduiertenkolleg „Dynamiken der Konventionalität (400–1550)“ erhielt.

Kontakt: eliasfriedrichs(at)hotmail.de

 

Vorträge

Der aristotelische Tapferkeitsbegriff und der Ritter von Schärfenberg, 27.04.2018, Doktorandenkolloquium der Universitäten Bochum, Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster und Siegen.

 

Titelbild: Iwein-Fresken auf Burg Rodenegg, Südtirol (Ausschnitt). Rechte: Fotoarchiv des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler, Autonome Provinz Bozen – Südtirol // Profilbild: Patric Fouad