skip to content

Selected Language Not Found

This page is not available in the language that was selected in the URL (L=19). You will be redirected to an existing language of this page. Please click here to go to an existing language.

Dissertationsprojekt von Friederike Ahrens

Die Ästhetik der Gaia-Wissenschaften im Film (Arbeitstitel)

Filme, welche sich mit ökologischen Fragestellungen auseinandersetzen, stehen oftmals vor besonderen ästhetischen Herausforderungen: Wie könnte eine zukünftige Welt ohne Menschen aussehen? Wie hängen die verschiedenen Phänomene einer ökologischen Krise zusammen? Wie kann ein nicht-menschlicher Blick auf die Welt gestaltet sein? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Dissertation „Die Ästhetik der Gaia-Wissenschaften im Film“ mittels einer vergleichenden Filmanalyse, welche sowohl fiktive, dokumentarische als auch experimentelle Filmformen miteinschließt. Den theoretischen Hintergrund für die Analyse bildet die Gaia-Hypothese Bruno Latours, welche einen kritischen Blick auf den modernen Naturbegriff wirft und das Menschliche neu verortet. Auch parallele Ansätze aus der Wissenschafts- und Technikforschung wie das Chthuluzän Donna Haraways und die queere Natur Karen Barads sind für die Untersuchung von Interesse. Damit verbunden sind Ideen aus der Filmtheorie, die neben der Repräsentation von Wesen und Dingen im Film auch die Affektivität audiovisueller Medien nicht außer Acht lassen. Dieses Konglomerat von Denkanstößen soll bei der Herausstellung einer „Ästhetik der Gaia-Wissenschaften“ (so Latours Formulierung) in den ausgewählten Filmbeispielen Anklang finden und die Gaia-Hypothese in den filmwissenschaftlichen Kontext einbetten.

Untersuchungsgegenstand sind sechs sehr unterschiedliche Filme: Im Genre Spielfilm wird die Dissertation „I Am Legend“ (2008) von Francis Lawrence und die Trilogie „Planet der Affen“ (2011–2017) von Rupert Wyatt und Matt Reeves untersuchen. Beide Filme verhandeln Alterität in Form von biochemisch veränderten Wesen, welche als Cyborgs den menschlichen Figuren im Film entgegentreten und die Definition von Menschlichkeit hinterfragen. Im Genre Dokumentarfilm werden „Leviathan“ (2012) von Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor sowie „Unser täglich Brot“ (2005) von Nikolaus Geyrhalter auf ihre dokumentarische Herangehensweise an ökologische Themen – wie die industrielle Fleischproduktion – hin untersucht.

Experimentelle Filme wie „Everything“ (2017) von David OReilly und „Le Tigre de Tasmanie“ (2018) von Vergine Keaton sind vor allem für die Möglichkeiten des Mediums Film allgemein interessant, da sie Alternativen zu den konventionelleren Darstellungsmitteln aufzeigen, welche im Mainstream-Kino vorherrschen. Beispielsweise lässt sich das Verhältnis zwischen „realen“ und animierten Filmbildern mittels der beiden Filme aufschlussreich diskutieren und ermöglicht Rückschlüsse auf das Verhältnis zwischen Realität und Fiktion in der Gaia-Hypothese.

 

Kurzbiografie

Friederike Ahrens studierte Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaften an der Technischen Universität Dortmund und Medienkulturanalyse an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Universität Wien und der Université de Nantes. Während ihres Masters spezialisierte sie sich auf das Fach Filmwissenschaft und war als Studentische Hilfskraft am Institut in Düsseldorf tätig. Ihre Masterarbeit schrieb sie zum Thema „Gaia im Film. Dokumentarische Darstellungsversuche des Klimawandels und Bruno Latours Gaia-Theorie“. Ihr Forschungsinteresse an der Schnittstelle zwischen Wissenschafts- und Technikforschung und Filmwissenschaft vertieft sie nun in ihrer Dissertation, welche von Prof. Dr. Stephan Packard betreut wird. Seit Mai 2018 ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe „Eco Media“ der Gesellschaft für Medienwissenschaft.

Kontakt: friederike.ahrens(at)outlook.de

 

Publikationen

Mit Lara Kersken: L’optimisation du temps : La société de consommation et l’écosophie de Félix Guattari, in: E-CRINI (hrsg. von Olivier Laboux), 9. Juni 2017.

Tagungsbericht zu: Spürtechniken. Von der Wahrnehmung der Natur zur Natur als Medium (24.–25.05.2018), in: H-Germanistik, 11. Juli 2018 (https://networks.h-net.org/node/79435/discussions/2038177/tagb-sp%C3%BCrtechniken-von-der-wahrnehmung-der-natur-zur-natur-als).

 

Vorträge

„Die Ästhetik der Gaia-Wissenschaften im Film“, 03.11.2018, 5. Kolloquium für Cultural and Literary Animal Studies, Goethe-Universität Frankfurt.

Elastic Reality: Rethinking documentary with Trinh T. Minh-ha and Alexander Kluge“, 06.04.2018, Workshop „Thinking Through Complexity“, Universität Bayreuth.

„Obszöne Körper der französischen Pantomime im Fin de Siècle“, 12.05.2017, DFH-Atelier „Das Obszöne als politisches Performativ“, Depot Wien.

Mit Lara Kersken: „L’optimisation du temps : La société de consommation et l’écosophie de Félix Guattari“, 22.04.2016, DFH-Forschungskolloquium „Global Shopping Village : Transformations et évolutions des espaces urbains, périurbains et sociaux en Europe“, Université de Nantes.

 

Titelbild: Fischernetz (Foto: pixabay.com) // Portraitfoto: Patric Fouad