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„Kunst, die zum Nachdenken anregt“

Impressionen der Ausstellung „going beyond…“

von Simona Böckler

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    Lisa Hecht aus dem Team des a.r.t.e.s. kunstfenster begrüßt die Gäste (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Andreas Speer spielt Videokunst (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Kunst auch für die Kleinen (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Nieves de la Fuente Gutiérrez: "Reliquia de las disciplinas geográficas", 2014 (Foto: Marie Altgen)
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    Anstoßen auf die Vernissage! (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Tanaka Eikou: "Wave of Quantum 14321", 2012 (Foto: Tanaka Eikou)
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    Tanaka Eikou genießt die Vernissage (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Federico Alvarez beim Anbringen seiner Werke (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Federico Alvarez: "Spectator Mode #17", 2012 (Foto: Federico Alvarez)
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    Federico Alvarez und Gäste (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Thomas Hawranke: "Ragdolls" (Foto: Thomas Hawranke)
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    Zum Mitmachen: Thomas Hawrankes "Tiger PHASED", 2015 (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Installation von Sarah Mock (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Sarah Mock: "Golden Record" (aus: "PHASO"), 2014 (Foto: Sarah Mock)
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    Oh! Aha! Kunst! (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Sarah Mock: "Familienaufstellung", 2012 (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Simona und die Geister (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Tanaka Eikou: "Cutting Out Ghosts", 2016 (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Kunst ist cool! (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)
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    Das Team des a.r.t.e.s. kunstfenster: Hanns Christian Schmidt, Svenja Lehnhardt, Haydée Mareike Haass, Sung Un Gang und Lisa Hecht (Foto: a.r.t.e.s. kunstfenster)

Noch bis zum 13. Juli findet in den Räumlichkeiten der a.r.t.e.s. Graduate School die Ausstellung „going beyond… “ des a.r.t.e.s. kunstfenster statt. In ihr stellen die Künstler Federico Alvarez, Tanaka Eikou, Nieves de la Fuente Gutiérrez, Thomas Hawranke und Sarah Mock Werke zum Thema „Grenzüberschreitungen“ aus.

Die Ausstellung wurde am 28. April mit einer Vernissage eröffnet. Wir haben einige Impressionen der Besucherinnen und Besucher für euch gesammelt:

 

Zur Kunst!

„Mein Lieblingswerk ist „Die Flut“ von Sarah Mock, weil es einen dazu bringt, über die Rolle der Kunst heute nachzudenken. Kunst sollte uns innere Zeit geben, unsere Umwelt besser wahrzunehmen, mehr zu reflektieren. Der Mensch ist so entfremdet, dass er die Essenz der Dinge nicht mehr erkennen kann. Die Videoinstallation hat mich zutiefst getroffen. In der Videoinstallation wird eine Stadt in hektischer Bewegung gezeigt, die Menschen laufen schnell und sehen nicht nach rechts oder links. Dann werden Bilder von Bombardierungen und Diktatoren gezeigt… Das tangiert uns alles nicht. Die Menschheit lebt, bewegt sich, aber ist eigentlich tot in ihrem Inneren.“

„Den Film von Sarah Mock fand ich toll, er ist ziemlich lang, aber auch ziemlich stringent aufgebaut, sodass man wirklich irgendwann glaubt, wir befinden uns in dieser posthumanen Welt und schauen uns das alles von außen an. Gleichzeitig wird man immer wieder daran erinnert, dass, um diese apokalyptische Geschichte der Menschheit zu erzählen, Bilder aus unserer jetzigen Welt verwendet werden. Das bring einen dann schon zum Nachdenken.“

„Am besten gefällt mir der Dingo. Ein Raum, in dem einerseits etwas Materielles ist: die Dingo-Figur, die aber lediglich einen Dingo repräsentiert und nicht selber ein Dingo ist. Durch dieses Halb-in-der-Wand-Verschwinden verweist sie schon auf Virtualität. Diese spiegelt sich auf der anderen Seite des Raumes in dieser virtuellen Welt, in der man wirklich herumlaufen kann. Genau dieses interaktive Element gefällt mir sehr gut: Es ist ein leerer Raum, in dem man keine Aufgabe hat, sondern nur herumläuft.“

„Ich finde den Dingo ziemlich spannend, denn ich finde ihn einfach als Objekt schön. Ich finde Kunst gut, die ich auch auf den ersten Blick ästhetisch ansprechend finde. Allgemein mag ich eher gegenständliche Sachen und der Dingo – als Objekt im Raum – wirkt auf mich sehr eindrucksvoll. Gerade was Kunst angeht, finde ich Objekte interessanter als Installationen, als Bewegbilder. Also für mich zumindest ist der Dingo das beste Stück in der Ausstellung, ganz klar!“

„Wenn man von einem ästhetizistischen Standpunkt ausgeht, wonach dass die Kunst am Leben teilhaben soll, würde ich ein Kunstwerk wählen, das einen direkten Effekt auf mich hat, mich aber nicht komplett irritiert. Ich finde die Fotos von Eikou sehr schön – einerseits haben sie eine ornamental-dekorative Funktion, anderseits kann man länger hingucken und immer neue Sachen sehen. Die Bilder haben Potential, ohne aufdringlich zu sein, und das finde ich sehr charmant daran. Wenn ich die Bilder mit den Bäumen betrachte, denke ich mir, die könnten mich regelmäßig begleiten, die würde ich sozusagen gerne wiedertreffen.“

 

Zur Ausstellung!

„Man ist von Raum zu Raum mit einer spezifischen Ausführung des Themas „going beyond…“ konfrontiert. Das ist sehr spannend.“

„„going beyond…“ ist natürlich ein sehr breites Thema, es ist aber ziemlich gut an einzelnen Beispielen konkretisiert worden.“

„Der Titel „going beyond…“ passt sehr gut zu allen Werken der Ausstellung: die vielen Toten aus dem Computerspiel „Call of Duty“, das Aussterben der Menschheit und die Geschichte danach, diese menschenleere Wildnis, in der man sich virtuell mit dem Dingo bewegen kann und dieser eigenartiger Space, in dem die vielen Tiger miteinander kämpfen und sterben… Das sind alles Grenzerfahrungen. Der Titel interagiert gut mit dem, was man wirklich sieht, wie in dem Kunstwerk, auf dem die Knochen der Kleintiere zu sehen sind, in dem sozusagen das Bild nicht mehr Tiere abbildet sondern Tier ist. Das ist immer ein Spannungsfeld und auch eine Grenze, die überschritten wird – also „going beyond…“! Die gleichzeitige Anwesenheit von einem Rest von Tier, also eine Materialität, aber auch die Abwesenheit des Lebendigen, weil es nur Knochen sind.“

„Es ist eine sehr abwechslungsreiche Ausstellung geworden. Interessant ist, dass auch das Medium Computerspiel einmal Platz in einer Ausstellung des Kunstfensters gefunden hat. Primär überwiegt ein melancholischer Gesamteindruck, vom dem ja auch Lisa vom kunstfester-Team in ihrem Eingangsvortrag gesprochen hat. „going beyond…“ kann ja alles sein, das kann auch Aufbruch sein… aber ich finde, es kommt tatsächlich eine Art Schwermut rüber. Einerseits natürlich in den Werken von Aiko Tanaka, gerade vor dem Hintergrund des „Cutting Out Ghosts“, aber auch die Bilder von Federico Alvarez, die den spielbaren Raum des Computerspiels verlassen, die hinter der Computerspiel-Map hervorkommen. Die haben auch so etwas Melancholisches, weil man außerhalb des Geschehens ist… irgendwie eine traurige Ruhe.“

 

Zu den Räumen!

“Die Ausstellung ist von den Räumlichkeiten her sehr interessant, weil man sich zwar in Büroräumen befindet, sich aber plötzlich mit etwas völlig anderem beschäftigt. Das finde ich ein gutes Konzept.”

„Sehr gut gefällt mir, dass auch die Räume im 3. OG genutzt wurden, sie eignen sich wirklich gut für interaktive Kunstwerke. Auch die Idee, den kleinen Abstellraum zu nutzen, um dort den Fernseher zu platzieren, finde ich spannend. Besonders gefällt mir die Ecke mit dem Dingo, der auf einer Seite halb in der Wand verschwindet. Ich finde, das fügt sich sehr gut ein.”