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Dissertationsprojekt von Laura Maria Lewald-Romahn

Balladenanalyse durch mediale Transformation – Konzeption und Erprobung eines Modells für den inklusiven Literaturunterricht in der Sekundarstufe I (Arbeitstitel)

Die Ballade ist als traditionelle und curricular fest verankerte Gattung des Deutschunterrichts der Sekundarstufe I zu nennen. Ihre gattungscharakteristische Hybridität zeigt sich in der Verbindung von Epik, Lyrik und Dramatik. Sie wird für vielfältige didaktische Ziele eingesetzt, wobei der Fokus des laufendes Promotionsvorhabens zum einen auf der ästhetisch-sinnanregenden Gestaltung der Ballade liegt und zum anderen auf der Analyse von Balladen. Die Balladenanalyse wird gegenwärtig nahezu ausschließlich schriftlich-individuell gedacht und vernachlässigt, dass Literatur etwas ist, das zum gemeinsamen Austausch auffordert und zur gemeinsamen Reflexion einladen soll. Hinzu kommt die Komplexität der schriftlichen Analyse – bedingt durch ihre konfuse Gattungsposition. Eigene ästhetische Erfahrungen, Sinneseindrücke und Beobachtungen erfahren rasch Vernachlässigung – die Balladenanalyse avanciert zum Selbstzweck, oft zur ‚Suche‘ nach rhetorischen Mitteln, die ohne fruchtbare Sinnzuweisung losgelöst vom literarischen Text wenig zielführend sind (vgl. von Brand 2015, 81).

Das Ziel des laufenden und empirisch ausgerichteten Promotionsvorhabens ist die Entwicklung einer heterogenitätssensiblen Balladendidaktik für die Sekundarstufe I. Es soll sich der Frage gewidmet werden, ob bei aktiver Transformation bzw. Adaption einer Ballade, unter Rückbezug einer produktionsorientierten und kooperativen Unterrichtsgestaltung, der ästhetische Zugang zum Text für alle Schüler*innen erleichtert und ein Analyseprozess angeregt werden kann. Dabei steht die konkrete Erprobung eines Modells im Feld auf dem Tableau, das in der Basis der bereits empirisch ausgerichteten Masterthesis hervorgegangen ist und weiterentwickelt wurde (vgl. Lewald-Romahn 2019). Es soll damit ein differenzierender Zugang für den inklusiven Literaturunterricht entwickelt werden, der individuelle und konstruktive Aneignung im literarischen Verstehensprozess ebenso mitdenkt, wie den wertschätzenden Blick auf Unterschiedlichkeit im balladesken und inklusiven Literaturunterricht der Mittelstufe.

Brandt, Tilman von: Deutsch unterrichten. Einführung in die Planung, Durchführung und Auswertung in den Sekundarstufen. 5. Auflage. Seelze: Klett 2016.

Lewald-Romahn, Laura M.: Kooperative Videoproduktion als innovative Form der Auseinandersetzung mit Balladen im Literaturunterricht: Konzeption und Erprobung einer Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I. Unveröffentlichte Masterarbeit (Universität Duisburg-Essen). 2019.

 

Kurzbiografie

Laura Maria Lewald-Romahn studierte Germanistik, Sozialwissenschaften (Politik/Wirtschaft) und Kunst/Kunstwissenschaft auf Gymnasial- und Gesamtschullehramt an der Universität Duisburg-Essen. Sie war dort u. a. als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement (Learning Lab, Prof. Dr. M. Kerres), im Projekt Digitale Lehr-Lern-Module für die inklusionsbezogene Lehramtsausbildung am Lehrstuhl für Literaturwissenschaft/-didaktik (Dr. L. Schüller) beschäftigt. Sie ist ausgebildete Kauffrau mit dem Schwerpunkt Projektmanagement und arbeitete vor ihrem Studium für die Deutsche Telekom AG in Deutschland und England.

Seit Oktober 2019 arbeitet sie an der Universität zu Köln am Institut für deutsche Sprache und Literatur II und fokussiert, an der Schnittstelle von Literatur- und Mediendidaktik, die (Modell-)Entwicklung einer inklusiven  Balladendidaktik für die Sekundarstufe I. Sie wird von Frau Jun.-Prof.’in Dr. Wiebke Dannecker und Prof. Dr. Michael Staiger betreut.

Kontakt: l.lewald-romahn(at)uni-koeln.de

 

Publikationen

(mit Thorsten Wolk): »Von der Blackbox zur Clearbox. Kognitive Denkprozesse im Sprach- und Literaturunterricht am Beispiel von Erklär- und Stop-Motion-Videos sichtbar machen«, in: Gailberger, Steffen/Beißwenger, Michael (Hrsg.): SLLD-Tagungsband zur Tagung ›Digitale Clips und Lernvideos im Deutschunterricht analysieren, produzieren, nutzen und bewerten‹ [i. V.].

„Das Gesicht als Bricolage – die Vorher-Nachher- Selbstinszenierung jugendlicher Beauty-Blogger*innen aus differenzsensibler Perspektive“, in Nanna Lüth / Sabine Sutter (Hg.): un-learning from… Diskriminierungskritische Medienpraxis von und mit Kindern und Jugendlichen. 2020, eingereicht/im Druck.

„‚It’s like everything shifts in a moment.‘ Figurenanalyse in der Sekundarstufe II – am Beispiel von The End of the F***ing World“, in:  Sebastian Bernhard (Hg.): Ausreißen in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur,  Bd. 1 der Schriftenreihe Kinder und Jugendliteratur. Themen – Ästhetik – Didaktik, hrsg.  v. Jan Standke. 2020, S. 400–424, eingereicht/im Druck.

„Wenn Ente auf Epos trifft – Strukturale Mythentheorie und Comictheorie im Comic Die Jagd nach der Goldmühle von Don Rosa“, in Markus Engelns / Ulrike Preußer / Felix Giesa (Hg.): Comics in der Schule. Berlin: Bachmann 2020, S. 282–310.

 

Vorträge

(mit Ellen Möller): »Zwischen Watte- und Wut-Zeit. Rhetorische Zeitkonstruktionen in der Sekundarstufe I fächerübergreifend und sinnanregend gestalten – am Beispiel von Als mein Bruder ein Wal wurde« Interdisziplinär-fachdidaktische Tagung der Literatur- und Philosophiedidaktik »Philosophische Fragen im Spiegel der Kinder- und Jugendliteratur: Literatur- und philosophiedidaktische Perspektiven«, Universität Oldenburg, 23.11.2021.

(mit Wiebke Dannecker): Mural als digitales Tool in der 1. Phase der Lehrer*innenausbildung. Deutschdidaktische Lehre digital, Online Workshopformat, Tag der digitalen Lehrerbildung. ComeIn, Sub-CoP Deutsch 26.02.2021.

„Balladenanalyse durch mediale Transformation. Heterogenitätssensible Balladendidaktik in der Sekundarstufe I“, verfügbar vom 15.05. bis 08.06.2020, virtueller Tagungsvortrag, „Sprachlich-literarisches Lernen und Deutschdidaktik. Eröffnungstagung des neuen DFG-geförderten deutschdidaktischen Open-Access-Formats“, Ruhr-Universität Bochum.

„Liebe. Macht. Spiel. Juli Zehs Spieltrieb.“, 21.11.2017, Kommentatorin im studentischen Nachwuchspanel mit einem Ausschnitt aus der Bachelorarbeit, internationale und interdisziplinäre Tagung des germanistischen und historischen Instituts „Liebeserfindungen, Liebesempfindungen. Semantiken der Liebe zwischen Kontinuität und Wandel – vom Barock bis zur Gegenwart“, Universität Duisburg-Essen.

„Wenn Ente auf Epos trifft – Strukturale Mythentheorie und Comictheorie im Comic Die Jagd nach der Goldmühle von Don Rosa“, 16.11.2016, Internationale Tagung der Gesellschaft für Comicforschung „Comics in der Schule“, Universität Duisburg-Essen.

 

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2020/21

Proseminar Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, „Tempus und Temperatur: Der Zauberberg als Zeitroman“, Institut für deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln.

Hauptseminar Fachdidaktik, „Elfchen, Ballade, digital poetry: Lyrik im Deutschunterricht“, Institut für deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln.

Sommersemester 2020

Hauptseminar Fachdidaktik, „Digitale Medien im Deutschunterricht: Comic und Video“, Institut für deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln.

Wintersemester 2019/20

Hauptseminar Fachdidaktik „Balladen im Deutschunterricht: produktiv und digital“, Institut für deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln.

 

Auszeichnungen

2017–2019: Deutschlandstipendium „UDE-Stipendium“ der Universität Duisburg-Essen.

 

Titelbild: Das Bild zeigt das offene, transparente und lichtdurchlässige Foyer des 2004 errichteten rechtwinkligen Beton-Stahl-Glas-Neubaus – als zwei ineinander greifende Kuben – der VHS Essen am Burgplatz 1 (innenliegende Untersicht). Architekt: Hartmut Miksch, Foto: Laura M. Lewald-Romahn (2019).