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Aktuelle Ausstellung

„Echo“

Ist jemand hier?

Hier, hier!

Komm!

Komm, komm!

Warum meidest du mich?

Meidest du mich, meidest du mich?

Lass uns hier zusammenkommen!

Hier zusammenkommen!

In dieser Passage aus Ovids Metamorphosen versucht die Bergnymphe Echo dem Jüngling Narziss ihre Liebe zu gestehen. Da sie jedoch der Sprache beraubt wurde, kann Echo nur die Satzenden ihres Gegenübers wiederholen. Ihr bleibt nur die Kopie, ihre Stimme kann nichts Neues mehr erschaffen. Der Frage nach Kreation und Rezeption widmet sich mehr als ein Jahrtausend später auch der Philosoph Walter Benjamin in seinem Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1934). Durch den technischen Fortschritt ist die Kunst einem permanenten Wandel unterworfen, sodass ihre Definition immer wieder verschoben werden muss. Kunstwerke können heutzutage perfekt reproduziert werden, sodass sie ihre Aura verlieren, ihre mythologische Authentizität (Benjamin). Hinterfragt man diesen Anspruch auf Originalität, so wie die Philosophen Gilles Deleuze und Félix Guattari, so stellt man fest, dass keine Wiederholung eine reine Kopie ist, sondern immer auch Differenz erzeugt.

Mit der Ausstellung Echo stellt sich das a.r.t.e.s. kunstfenster-Team zusammen mit dem Künstler Becker Schmitz in diesem Jahr eben diese Fragen nach Original und Kopie, Produktion und Reproduktion. In der ersten Phase der Ausstellung erschließt sich Becker Schmitz die Räumlichkeiten der Graduiertenschule mittels seiner Gemälde und Rauminstallationen. In einem anschließenden interaktiven Workshop werden seine Werke widergespiegelt und verarbeitet, sodass eine ganz neue Ausstellung entstehen kann, in der auch die Projekte der TeilnehmerInnen des Workshops zu sehen sind.

Becker Schmitz studierte an der freien Akademie der bildenden Künste Essen, wo er seit 2018 auch als Lehrender tätig ist. Seine Werke wurden bereits in Galerien und Ausstellungsräumen in ganz Deutschland sowie in Städten wie Cork, Wien und Stockholm gezeigt. Becker Schmitz’ Gemälde möchten einen Kontrapunkt zur schnelllebigen Gegenwart des Kunstmarktes und der populären Kultur setzen. Sie sind Experimente mit Licht und Farbe, die Raum für komplexe Interpretationen lassen.

Mit Echo möchten wir die a.r.t.e.s. kunstfenster-Ausstellung für Austausch und Partizipation öffnen. Der Workshop ist für alle Interessierten geöffnet, ob mit oder ohne Vorerfahrungen im künstlerischen Bereich. Wir freuen uns, euch im Workshop sowie auf den beiden Vernissagen begrüßen zu können.

Infos

An Alle InteressentInnen

Das a.r.t.e.s. kunstfenster öffnet im Frühjahr 2020 abermals die Türen der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne für den künstlerischen Nachwuchs. In Kooperation mit dem Künstler Becker Schmitz sollen innerhalb des begleitenden Workshops der Ausstellung Echo Kunstwerke jeglicher medialen Form entworfen werden, die nicht nur ausgestellt, sondern auch in einem Ausstellungskatalog veröffentlicht werden.

Das a.r.t.e.s. kunstfenster bietet somit explizit auch KünstlerInnen, die sich noch in der Ausbildung befinden, eine Ausstellungs- und Austauschplattform.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an artes.kunstfenster[at]gmail.com.