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Dissertationsprojekt von Falk Hamann

Gemeinschaft und Person
(Arbeitstitel)

Die Rede vom Menschen als einem von Natur aus sozialen Wesen gehört zum Kernbestand unseres Selbstverständnisses. Jeder Versuch, den Gehalt dieser Rede zu klären, setzt die Bestimmung des Begriffs menschlicher Gemeinschaft voraus. Gegenwärtige Ansätze der Sozialontologie vermögen allerdings eine solche Bestimmung nicht zu leisten. Intentionalistische, kontraktualistische wie auch evolutionär-biologische Theorien scheitern hier an ihren je eigenen Ansprüchen und können mithin die Rede von der sozialen Natur des Menschen nicht verständlich machen. Es zeigt sich, dass eine grundlegende Rehabilitierung der aristotelischen Gemeinschaftsphilosophie die jeweiligen Schwächen dieser Ansätze zu überwinden vermag. Die hier angelegte Ontologie und Anthropologie menschlicher Gemeinschaft wird anschließend unter Rückgriff auf den Beziehungs- und Personbegriff Martin Bubers systematisch ausgebaut und fundiert. So kann zuletzt ein dialektisches Verhältnis zwischen gemeinschaftlichem Leben und Personalität herausgestellt werden: Die spezifische Form menschlicher Sozialität, wie sie in der aristotelischen Gemeinschaftsphilosophie deutlich wird, liegt gerade in der Personalität des Menschen begründet. Umgekehrt ist das gemeinschaftliche Leben menschlicher Personen zwar nicht konstitutiv für deren Personsein als solches, wohl aber für die Entwicklung personaler Kompetenzen und somit für die Entfaltung und Vollendung von Personalität. Erst in einer derart erhellten Dialektik wird die Rede von der sozialen Natur des Menschen verständlich.