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Dissertationsprojekt von Paula Vosse

Experimentelle Literaturästhetik. Ausdrucksformen der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts im Spiegel interdisziplinärer Filmtheorien (Arbeitstitel)

Den variationsreichen literarischen Werken des beginnenden 20. Jahrhunderts nähert sich die Forschung üblicherweise über deren geschichtlichen Kontext: Zwischen den Weltkriegen und neben technischer, ökonomischer, politischer sowie sozialer Umstrukturierung. Das angestrebte Promotionsprojekt setzt sich hiervon ab, indem es sich an Errungenschaften der Wahrnehmungspsychologie orientiert, um durch die Perspektive des aufstrebenden Mediums Film die Formvielfalt der literarischen Ästhetik zu untersuchen.

Literarische Werke wie Zwischen Himmel und Erde. Ein kinematographisches Spiel in drei Akten (Heinrich Lautensack, 1913), Der Meister des Jüngsten Tages (Leo Perutz, 1922/23), Die Melodie des Herzens (János Székely, 1929) und Blut und Zelluloid (Heinrich Eduard Jacob, 1930) stellen Werkbeispiele dar, die in mindestens zwei verschiedenen Medien verarbeitet wurden und somit die Möglichkeit zu einem direkten ästhetischen Vergleich offerieren.

Unter Anbetracht der Tatsache, dass das filmische Medium den Naturwissenschaften entspringt und gerade auch in der Psychologie zu einer Mehrzahl neuer Erkenntnisse beitrug, werden die typographischen und visuell fordernden Auffälligkeiten des literarischen Korpus herangezogen, mit denen auf die dynamisch-medialen Eigenschaften des Films geantwortet wird. Die Erforschung einer perzeptiven Recodierung der Leser/innen zeichnet sich in rezeptionsästhetischen Experimenten wie z.B. markanten Schriftbildbrüchen ab. Die bewusste oder unterbewusste Intention der Autor/inn/en, das Medium Film zu simulieren, reflektieren oder mit ihm zu konkurrieren, wird durch zeitgenössische interdisziplinäre Theorie beleuchtet. Grundthese des Projekts ist somit, dass dem fortlaufenden Bildmedium – dem Film – eine visuell-brechende Ästhetik in der Literatur folgt.

 

Kurzbiografie

Paula Vosse studierte Kunstgeschichte sowie deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln, der Karlsuniversität in Prag sowie der Washington University in St. Louis. Seit 2016 nahm sie auch am Research Master-Programm von a.r.t.e.s. teil. Im Laufe ihres Studiums war sie in organisatorischen, wissenschaftlichen und lehrenden Bereichen der Universitäten angestellt. An der Washington University schloss sie 2018 ihr Studium mit der Arbeit Literarische Filmsimulation: Heinrich Eduard Jacobs medienphilosophische Filmästhetik in „Blut und Zelluloid“ ab und begann im Rahmen des „Predoc“-Stipendiums im Wintersemester 2018/19 mit der Vorbereitung ihres Promotionsvorhabens. Seit dem Sommersemester 2019 ist Paula Vosse a.r.t.e.s.-Stipendiatin im Integrated Track und wird von Prof. Nicolas Pethes betreut. Im Frühjahr 2020 wird sie ihre Forschung für drei Monate an der UC Berkeley fortführen, was ihr durch ein Doktoranden-Stipendium des Anneliese Maier Forschungspreises ermöglicht wird.

Kontakt: paula_vosse(at)yahoo.de

 

Publikationen

Literarische Filmsimulation: Heinrich Eduard Jacobs medienphilosophische Filmästhetik in Blut und Zelluloid (1929), Mai 2018, Washington University in St. Louis (https://openscholarship.wustl.edu/art_sci_etds/1293/).

Judith Butler | Albertus-Magnus-Professur 2016 „Verletzlichkeit und Widerstand neu denken“, Juli 2016, stellwerk-magazin.

Schwarz-Weiß, Juni 2016, schliff N°5.

Rezension: Gediegenes und Kurioses, Mai 2016, stellwerk-magazin.

Vom Japonismus zum Zen. Paul Klee. Japan-Blicke oder schlangenartiger Dackel, Januar 2015, stellwerk-magazin.

 

Vorträge

„Mediation in einem multimedial funktionierenden Roman: Sebalds Möglichkeiten der Informationsweitergabe in Die Ringe des Saturn“, 26.07.2018, Berkeley-Cologne Summer School „Aesthetic Possibilities: Literature, Rhetoric, Philosophy“ zu dem Thema „Bildung: Form und Möglichkeit“.

„Next to the Kanon - A Proposition for a Different Way of Reading Text and Style“, 03.03.2018, Graduate Student Symposium des Department of Germanic Languages and Literatures, Washington University.

 

Lehrveranstaltungen

Herbst 2017

Teaching Associate in German Philosophy (341) mit Prof. Kurt Beals an der Washington University in St. Louis, MO.

Frühling 2018

Teaching Associate in German Literature (340) mit Prof. Paul Michael Lützeler an der Washington University in St. Louis, MO.

 

Titelbild: Paula Vosse (Foto: Maksym Gontov) // Portraitfoto: Patric Fouad