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Dissertationsprojekt von Margaryta Sardak

Veränderungen der Sakraltopographie Athens und Attikas seit dem Beginn der römischen Herrschaft (Arbeitstitel)

Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es am Beispiel Athens zu beleuchten, unter welchen Bedingungen und in welchem Ausmaß die antike Religion der Griechen seit dem Beginn der römischen Herrschaft Veränderungen unterlag. Dabei soll die Beeinflussung der griechischen Religion durch politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und transkulturelle Faktoren untersucht werden und solche Mechanismen wie Transformation, Adaptation, Appropriation, Synkretismus, Umdeutung, aber auch Diskontinuität, Bedeutungsverlust und Erlöschen aufgedeckt und gedeutet werden.

Die antike griechische Religion war lokal gebunden: Jede Stadt besaß ihr eigenes Pantheon, zu den einzelnen Kulten gehörten konkrete Kultstätten, und die in einem Heiligtum vollbrachten Kulthandlungen galten in erster Linie dem Gott in seiner lokalen Variante, weniger einer etwaigen panhellenischen Gottheit. Die athenische Religion in ihrer klassischen Ausprägung entstand in einem unabhängigen, mächtigen, finanzkräftigen Stadtstaat, Zentrum eines See-Imperiums, und vereinigte in sich die Traditionen der aristokratischen Vergangenheit mit den Erzeugnissen des demokratischen Gedankenguts und der Idee eigener Sonderstellung. Es soll untersucht werden, wie sich diese etablierte Religion seit 146 v. Chr., dem Jahr, als Athen zu einem integralen Bestandteil des Römischen Reiches wurde, an die Bedürfnisse einer neuen, von diesem Zeitpunkt an von einer fremden Herrschaft abhängigen Gesellschaft anpasste.

Gegenstand der Untersuchung ist die Sakraltopographie Athens und Attikas, d. h. die Rekonstruktion der sakralen Raumordnung der Polis vor allem anhand von archäologischen Befunden. Im Vordergrund stehen dabei die Veränderungen, die sich in der sakralen Landschaft während des Untersuchungszeitraumes feststellen lassen. Dazu gehören solche Phänomene wie die Einführung neuer Kulte mit Gründung neuer Heiligtümer, Ergänzung neuer Kultinhaber zu den bereits bestehenden Heiligtümern, das Wiederbeleben alter Kulte nach einer Unterbrechung in der Kultausübung, Ortsverlagerung einzelner Heiligtümer, sowie Vernachlässigung bzw. endgültiges Verlassen einzelner Kultstätten.

 

Kurzbiografie

Margaryta studierte Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln und im Rahmen des ERASMUS-Programms an der Sapienza, Università di Roma, sowie an der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen. In den Jahren 2012–13 wurde sie durch das Deutschlandstipendium gefördert. 2017 erhielt sie ihren Zwei-Fach-Masterabschluss an der Universität zu Köln. Vor und während ihres Studiums war sie an zahlreichen feldarchäologischen Projekten im Ausland (Ukraine, Italien, Albanien, Israel, Griechenland) beteiligt, leitete viermalig ein Tutorium und arbeitete als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft an der Abteilung Byzantinistik und Neugriechische Philologie sowie am Archäologischen Institut der Universität zu Köln. Im WiSe 2016/7 und SoSe 2017 war sie im Rahmen einer Vertretung als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung Byzantinistik eingestellt. Bei ihrem Promotionsprojekt wird sie von Prof. Dr. Michael Heinzelmann (Köln), Prof. Dr. Jürgen Hammerstaedt (Köln) und Prof. Dr. Katja Sporn (Athen) betreut. Seit April 2018 ist sie Stipendiatin im Integrated Track der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, Klasse 1.

Kontakt: msardak(at)uni-koeln.de

 

Vorträge

„Kult im Umbruch? Phänomen der Diskontinuität sakraler Räume im hellenistisch-römischen Athen“ 20.09.2018 Darmstädter Diskussionen 10. Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium zu antiken Kulturen 19.–22. September 2018, Technische Universität Darmstadt.

 

Titelbild: Reste des Roma-Augustus-Monopteros vor der Ostfassade des Parthenons, Akropolis Athen. Rechte: M. Sardak // Profilbild: Patric Fouad