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„Ein kleiner Beitrag für die europäische Zusammenarbeit“

Die ersten Fellows im a.r.t.e.s. EUmanities-Programm haben ihre Promotionsstellen angetreten

von Alessa Hübner

Die ersten sieben EUmanities-Fellows (v.l.n.r.): Susanne Ebner, Katharina Maria Kalinowski, Katrin Sowa, Anna Pavani, Lisbeth Matzer, Giulia Dovico und Thomas Menger (Foto: Julia Maxelon)

Seit April ist a.r.t.e.s. ein ganzes Stück europäischer! Wir freuen uns, dass sieben der ersten zehn Fellows im neuen Förderprogramm „a.r.t.e.s. EUmanities“ ihre dreijährigen Promotionsstellen bei a.r.t.e.s. angetreten haben: Giulia Dovico und Anna Pavani aus Italien, Tom Menger aus den Niederlanden, der einen Großteil seiner Jugend in Portugal verbracht hat, Katharina Maria Kalinowski, aufgewachsen an der Ostseeküste Deutschlands, Lisbeth Matzer aus Österreich, Susanne Ebner und Katrin Sowa beginnen ihr Orientierungssemester in Köln, in dem sie ihre europäisch und international ausgerichteten Promotionen vorbereiten werden. a.r.t.e.s. EUmanities wird durch die Universität zu Köln und die Europäische Union im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions (Horizon 2020) kofinanziert und ermöglicht eine innovative Förderung von insgesamt drei Jahrgängen mit jeweils zehn jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Diese promovieren im interdisziplinär angelegten Integrated Track; im Vergleich zu den Promotionsstipendien zeichnet sich a.r.t.e.s. EUmanities durch eine verstärkte Ausrichtung auf Internationalität und Intersektoralität aus.

Die Promotionsprojekte und Reisepläne der Fellows sind dabei denkbar unterschiedlich. Giulia Dovico beispielsweise forscht im Bereich der Griechischen Philologie zum Komödiendichter Aristophanes aus dem 5. Jh. v. Chr. Nach dem Orientierungssemester wird sie die in das a.r.t.e.s. EUmanities-Programm integrierte Forschungsphase in Italien und Belgien durchführen, wo sie durch eine Partnerinstitution weiterhin wissenschaftlich betreut wird. Hier wird sie Papyri untersuchen, in denen Aristophanes Stücke überliefert sind, die – so Giulias These – weiterhin aktuell und amüsant sind. Mit dem a.r.t.e.s. EUmanities-Programm erfüllt sich Giulia gleich zwei Wünsche: zum einen den Wunsch nach einem längeren Auslandsaufenthalt, der durch die Zeit in Deutschland sowie die Mobilitätsphase quasi in doppelter Hinsicht realisiert wird, und zum anderen ihren Wunsch nach einer innovativen Promotionsstelle auf höchstem Niveau: „Basically, I have one big expectation: to grow as a researcher and as a person.“

Während Giulia die Förderlinie „a.r.t.e.s. EU“ verfolgt, das Reiseziel bzw. die Reiseziele also innerhalb Europas liegen, plant Anna Pavani mit der Förderlinie „a.r.t.e.s. global“ ihre Forschungsphase in den USA verbringen, um gemeinsam mit einer renommierten Platon-Forscherin zu arbeiten. Anna hat bereits zuvor an der Universität zu Köln studiert und promoviert nun im Bereich der Antiken Philosophie zu Platons Erkenntnistheorie. a.r.t.e.s. EUmanities biete ihr nun die Möglichkeit zur Internationalisierung ihres Promotionsprojekts bei guter Betreuung sowie zur Erweiterung der eigenen Forschungshorizonte, unter anderem durch interdisziplinäre Anstöße.

Diese Aspekte kommen auch Katharina Maria Kalinowskis transdisziplinärem Forschungsprojekt zugute. Nach einigen Jahren Studium und Arbeit in England hat sie sich für das a.r.t.e.s. EUmanities-Programm entschieden, da es ihr den Freiraum bietet, ihr Projekt aus dem Fachbereich Creative Writing sprach-, disziplin- und grenzübergreifend umsetzen zu können. Katharina Maria untersucht Ecopoetry, also Poesie, die sich mit ökologischen Problemen auseinandersetzt und den Umgang mit der Umwelt, insbesondere vor dem Hintergrund von Globalisierungsprozessen, kritisch hinterfragt. „Ich freue mich darauf, dass ich gerade in Zeiten einer bröckelnden EU einen kleinen Beitrag für die europäische Zusammenarbeit leisten, mich mit gleichgesinnten Forschenden in einer kreativen Atmosphäre weiterbilden und die Ecopoetry auch im deutschsprachigen Raum populärer machen kann“, sagt sie über ihr Forschungsvorhaben. a.r.t.e.s. EUmanities ist darauf ausgelegt, Promovierende der Geistes- und Kulturwissenschaften zu befähigen, ihr Potenzial für die Gestaltung der Zukunft Europas zu erkennen und aktiv zu ergreifen. Die EUmanities-Fellows sollen daher auch darin geschult werden, die gesellschaftliche Relevanz ihrer Forschungen zu reflektieren und die Inhalte in Kooperation mit intersektoralen Partnern auch über den akademischen Bereich hinaus zu vermitteln.

Die Historikerin Lisbeth Matzer arbeitet in ihrer Dissertation zu NS-Jugendorganisationen in Österreich, wo sie auch einen Großteil ihrer Mobilitätsphase verbringen wird, um in unterschiedlichen regionalen Archiven zu forschen. Das a.r.t.e.s. EUmanities-Programm biete optimale Bedingungen für eine Promotion, nicht zuletzt aufgrund der positiven Arbeitsatmosphäre bei a.r.t.e.s., wo die Fellows gemeinsam in einem Büro unter einer großen EU-Flagge sitzen: „Ich fühle mich sehr wohl und genieße das offene, angenehme Klima. Ich kann hier sehr gut arbeiten und habe das Gefühl, genau am richtigen Ort gelandet zu sein.“

Ebenfalls im Fach Geschichte promoviert Tom Menger, und zwar zur Selbstwahrnehmung europäischer Kolonialtäter, um so aus dieser wenig erforschten Perspektive neue Erklärungen für die oftmals extreme Gewalt in den Kolonialkriegen zu finden. „Ich habe mich für a.r.t.e.s. EUmanities entschieden, weil das Programm wegen seiner europäischen und internationalen Ausrichtung ausgezeichnet zu meinem Projekt passt“, erklärt Tom. Er könne so Archive in verschiedenen Ländern besuchen, unter anderem in London, dem Zentrum der kolonialgeschichtlichen Forschung. Im Anschluss an die jeweiligen Forschungen sollen dann in einer letzten Phase die Dissertationen in Köln fertiggestellt und individuelle Pläne zur Karriereentwicklung ausgearbeitet werden.

Soweit zu den Plänen der Fellows für kommenden drei Jahre! Aber zurück in die Gegenwart: Der erste Eindruck von a.r.t.e.s. gestalte sich sehr positiv, sagen die Fünf, die vor allem die angenehme und herzliche Atmosphäre loben. Sie hätten sich schon gut eingelebt und würden sich in der Graduiertenschule sehr wohl fühlen: „Man hat für uns immer ein Ohr (und eine Tür) offen“, berichtet Anna. Und Katharina Maria meint: „Mir gefällt die offene und freundliche, internationale Atmosphäre. Ich finde es unglaublich bereichernd, mit Leuten aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammenzuarbeiten, die für ihr Forschungsthema brennen. Ich freue mich sehr, Teil des EUmanities-Teams sein zu dürfen und bin gespannt auf die nächsten Jahre!“

Wir wünschen den Fellows des a.r.t.e.s. EUmanities-Programms eine fruchtbare und erfolgreiche Promotionszeit! Interessierte können sich wieder im Herbst 2017 für a.r.t.e.s. EUmanities-Promotionsstellen bewerben.