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Summer School „Contemporary Art in the Global Present”

a.r.t.e.s.-Alumna Francesca Valentini reist mit Teilnehmenden zur documenta 14 und Biennale di Venezia

von Thea Fiegenbaum

Foto: Emanuele Caminada

Francesca Valentini, die als Stipendiatin im a.r.t.e.s. Integrated Track promoviert hat, organisiert die europaweite Summer School „Contemporary Art in the Global Present“, die vom 10. bis 21 Juli 2017 in Athen, Kassel, Köln und Venedig stattfinden wird. Die Summer School führt die Teilnehmenden zu zwei der wichtigsten internationalen Ausstellungen für zeitgenössische Kunst: zur documenta 14 in Kassel und zur Biennale di Venezia. Für die Teilnahme können sich Studierende, Promovierende und Absolventinnen und Absolventen aller wissenschaftlichen Disziplinen bewerben. Francesca hat die Summer School zusammen mit a.r.t.e.s.-Direktor Andreas Speer organisiert und erläutert uns das Programm und das Ziel der Summer School:

 

a.r.t.e.s. Graduate School: Liebe Francesca, du hast bei a.r.t.e.s. über zeitgenössische Kunst promoviert und organisierst nun eine große, internationale Summer School zu dem Thema. Wovon handelt deine Dissertation und inwiefern knüpft die Summer School an sie an?

Francesca Valentini: Mein Projekt beschäftigt sich mit der epistemischen Wirkung von Kunst. Ich werfe die Frage auf, wie Kunstgeschichte geschrieben wird und welche Medien dafür genutzt werden. Das Buch, damit meine ich zum Beispiel Ausstellungskataloge oder Künstlerbücher, kann als erstes alle Medien vereinen. Schon während des Studiums hatte ich neben der Wissenschaft viel mit der Praxis zu tun. Unter anderem habe ich als Mitglied der a.r.t.e.s. galerie, die heute a.r.t.e.s. kunstfenster heißt, Ausstellungen kuratiert. Die interdisziplinär angelegte Summer School widmet sich der zeitgenössischen Kunst und nimmt aktuelle Ausstellungen in den Fokus, insbesondere die documenta 14 und die 57. Biennale di Venezia. Die Summer School wird durch eine Förderung des DAAD ermöglicht und von a.r.t.e.s.-Direktor Andreas Speer und mir veranstaltet.

 

An wen richtet sich die Summer School und was erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?

Die Summer School richtet sich grundsätzlich an fortgeschrittene Masterstudierende, Promovierende und Postdoktorandinnen und Postdoktoranden aller Disziplinen. Wir wünschen uns eine gemischte Gruppe mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedener Hochschulen, die sowohl individuell als auch kollegial zusammenarbeiten. Durch die vom DAAD geförderte Finanzierung sind die Kosten für die Reise und Unterkunft aller Teilnehmenden gedeckt.

Gemeinsam werden die Teilnehmenden die verschiedenen Kunstausstellungen besuchen und anschließend in Workshops über ihre Wahrnehmung und Erfahrung berichten und diskutieren. Die Summer School soll dazu beitragen, andere Facetten der Ausstellungen zu entdecken. Ich vertrete die Ansicht, dass Kunst dabei hilft, gesellschaftliche, politische und ökonomische Probleme zu betrachten. Die Kunst macht diese sichtbar und regt dazu an, Lösungen zu finden. Die beiden Ausstellungen verdeutlichen die soziale Relevanz von Kunstausstellungen und zeigen, dass kuratorische Ideen und Umsetzungen Wirkungen entfalten. Athen hat sich in den letzten Jahren zu einer ambivalenten Stadt entwickelt und ist daher als Standort der documenta 14 besonders interessant. Ich finde es bemerkenswert und gelungen, dass Athen ausgesucht wurde, auch wenn es im Vorfeld große Diskussionen angesichts der Lage Griechenlands gab.

 

Die Biennale di Venezia und die documenta sind zwei große und international renommierte Ausstellungen. Wie hast du es geschafft, die beiden für die Summer School mit ins Boot zu holen?

Ich selbst habe seit 2007 bei der Biennale di Venezia einige Jahre mitgearbeitet und konnte daher meine Kontakte nutzen, um das Programm der Summer School zu gestalten. Die Biennale ist eine Art „Generalversammlung“ für Kunstschaffende, die – etwa durch nationale Kunstpavillons – noch traditionell ausgerichtet scheint, aber doch ein internationales Publikum anspricht. Sie bietet den Raum für Experimente, die auch weltweite Probleme aufgreifen. Im Jahr 2012 war ich für die Konzipierung und Organisation eines internationalen Forschungsprojekts zur dOCUMENTA (13) verantwortlich. Die in regelmäßigen Abständen stattfindende documenta-Ausstellung bietet Kuratorinnen und Kuratoren den Raum und die Zeit in einem internationalen Rahmen zu forschen. Während der Summer School erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ausstellungen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort sowie mit Kunstschaffenden auszutauschen und über ihre Erfahrungen und ihre Arbeit zu sprechen.

 

Ihr seid zwölf Tage quer durch Europa unterwegs. Wie läuft die ‚Rundreise‘ durch die vier Städte Athen, Kassel, Köln und Venedig praktisch ab?

Die Teilnehmenden treffen sich in Venedig und werden zunächst zusammen in Räumlichkeiten wohnen, die die Universität zur Verfügung stellt. Die Gruppe fliegt danach gemeinsam nach Athen bzw. Kassel und übernachtet dort in einem Hotel. Für jede Stadt sind drei Tage vorgesehen. In Köln werden wir zuletzt Station machen und versuchen, unsere Impressionen und Eindrücke der letzten Tage in einer öffentlichen Veranstaltung zu präsentieren und das Erlebte für andere erfahrbar zu machen. Außerdem planen wir von Köln aus einen Ausflug nach Münster, um dort die aktuellen Skulptur Projekte 2017, die sich im öffentlichen Raum über die Innenstadt verteilen, anzusehen.

 

Wir danken Francesca Valentini für das Gespräch!