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Aktuelle Lehrveranstaltungen im a.r.t.e.s.-Modul

 

Sommersemester 2017

Ringvorlesung: "Was ist Anthropologie? (II) Die Frage nach dem Menschen und seinem Selbstverständnis in den Wissenschaften"
Dozenten: Jun.-Prof. Dr. Thiemo Breyer, David Sittler

Termin: Dienstags, 17:45–19:15 Uhr, Beginn 25. April 2017
Raum: S01 (Neues Seminargebäude)

Download des Semesterprogramms: jpg | pdf

Die Ringvorlesung bietet einen Einblick in die Vielfalt anthropologischer Fragestellungen in den Wissenschaften. Dabei kommen theoretische und empirische Ansätze gleichermaßen zum Tragen, um die Relevanz anthropologischen Wissens für die Selbstverständigung des Menschen zu erörtern. Die Veranstaltung wendet sich an die Studierenden im a.r.t.e.s. Research Master-Programm ebenso wie an alle interessierten Hörerinnen und Hörer der Philosophischen Fakultät und eine breitere Öffentlichkeit.

Programm:
25.04. David Sittler (Köln): "Was ist medienhistorische Anthropologie?"
02.05. Peter Marx (Köln): "Maskenrausch und Totentanz: Zu Genese und Aporien der Kölner Theaterwissenschaft"
09.05. Johannes Schick & Mario Schmidt (Köln): "Was ist interdisziplinäre Anthropologie? Eine Gegenstandsbestimmung zwischen Philosophie und Ethnologie"
16.05. Jörg Zirfas (Köln): "Was ist pädagogische Anthropologie?"
23.05. Christoph Lange (Köln): "Tier-Mensch-Interaktionen: Zur performativen Komposition des modernen Arabischen Pferdes als 'Living Sculptures'"
30.05. Marie Louise Herzfeld-Schild (Köln): "Anthropologie und Ästhetik"
13.06. Renate Girmes (Magdeburg): "Cultural Engineering"
20.06. Adi Efal-Lautenschläger (Köln): "Post-imagism with a human(ist) figure"
27.06. Jos de Mul (Rotterdam): "Was ist philosophische Anthropologie?"
04.07. Oliver Müller (Freiburg): "Die anthropologischen Tiefenstrukturen des Transhumanismus"
11.07. Dorothea E. Schulz (Köln): "Was ist Medienanthropologie?"
18.07. Volker Schürmann (Köln): "Faire Exzentriker. Personalität im Sport"
25.07. Philipp Steinkrüger (Köln): "Anthropologie und Utopie"

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Kolloquium: "Masterkolloquium im a.r.t.e.s. Research Master Programm"
Dozenten: Jun.-Prof. Dr. Thiemo Breyer, Jun.-Prof. Dr. Martin Zillinger

Termin: Freitag, 10:00–18:00 Uhr, 23. Juni 2017 (Blockveranstaltung)
Raum: 3. A06 (Gebäude 210b, Aachener Str. 217, 3. OG rechts)

Die Materialwerkstatt gibt den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Research Master-Programms die Möglichkeit, die Themen ihrer Abschlussarbeiten in einem interdisziplinären Kontext vorzustellen und zu diskutieren. Hinweis: Wir empfehlen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mindestens einmal während der Masterphase an der Materialwerkstatt teilzunehmen. Die Veranstaltung wird in der Regel in jedem Semester angeboten. Nur nach Rücksprache und in besonderen Ausnahmefällen kann die aktive Teilnahme an der Veranstaltung als Kolloquium für das a.r.t.e.s. Modul angerechnet werden.

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Seminar: "Zeit und Zeitlichkeit"
Dozent: Jun.-Prof. Dr. Thiemo Breyer

Termin: Donnerstags, 16:00–17:30 Uhr
Raum: 0.B02 (Gebäude 210b, Aachener Str. 217, EG links)

Nach dem großen Erfolg der letztjährigen Doktoranden-Sommerschule in Cambridge zum Thema „Zeit und Zeitlichkeit“, soll nun auch für die Research Master ein gleichnamiges Seminar angeboten werden, das diesen für die Geisteswissenschaften zentralen Themenkomplex beleuchtet. Dabei werden klassische philosophische Ressourcen mit aktuellen kulturwissenschaftlichen Ansätzen verknüpft. In folgenden thematischen Feldern bewegt sich die Annäherung an das Phänomen der Zeit:

1. technikanthropologisches Feld: Zeit kann als objektiv messbares Phänomen behandelt werden und Menschen haben unterschiedlichste instrumentelle Umgangsformen mit der Zeit entwickelt. Welche Medien der Registrierung und Einteilung von Zeit wurden entworfen?

2. phänomenologisches Feld: Zeit ist ebenso ein subjektiv erlebtes Phänomenon. Von Augustinus bis Husserl gibt es eine reichhaltige philosophische Literatur zu der Frage, wie wir Zeit wahrnehmen, warum die Zeit z. B. mal schneller und mal langsamer vergeht und warum sie somit nicht mit der objektiven Zeit der Uhren übereinzustimmen scheint.

3. sozialtheoretisches Feld: Zeit strukturiert soziale Beziehungen, von einfachen Verabredungen bis hin zu wiederkehrenden Ritualen, gesetzlichen Feiertagen oder ähnlichen kollektiven Vereinbarungen. Wie lassen sich soziale Rhythmen und das Verhältnis von Kontinuität und Diskontinuität bestimmen?

4. kulturtheoretisches Feld: Zeitvorstellungen sind ein wichtiger Bestandteil der symbolischen Welten von Kulturen. Hier wird die vergleichende Frage wichtig, welche kulturellen Modelle in ihrer jeweiligen historischen Spezifik überliefert sind? Welche Vorstellungen haben sich Menschen vom Wesen der Zeit gemacht (z. B. linear vs. zyklisch) und welche Implikationen hat/te dies für ihre Lebensgestaltung?

5. wissenschaftstheoretisches und hermeneutisches Feld: Auf einer Metaebene wird es für die interdisziplinäre Verständigung im Seminar wichtig sein, die Wirkungsgeschichte bestimmter Zeitvorstellungen im Sinne von Fachtraditionen nachzuzeichnen und die eigenen hierdurch geprägten Vorverständnisse mit Blick auf die Vielzahl von Modellen kritisch zu hinterfragen.

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Seminar: "Postkoloniale Theorie"
Dozent: Jun.-Prof. Dr. Martin Zillinger

Termin: Dienstags, 14:00–15:30 Uhr, Beginn 25. April 2017
Raum: 3. A06 (Gebäude 210b, Aachener Str. 217, 3. OG rechts)

Seit dem Ende des Kalten Krieges haben sich die politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Institutionen des globalen Nordens vervielfältigt, und scheinen lokale Praktiken und Wissensformen scheinbar alternativlos zu re-formatieren. Die entsprechenden institutionellen Verkettungen und „traveling formats“ definieren und gestalten soziale, materielle und diskursive Praktiken im globalen Maßstab – und setzen auf beispiellose Weise standardisierte Wissensformen und Artefakte, Kooperations- und Arbeits- und Wirtschaftsformen durch. Zu einem Zeitpunkt, an dem die politischen Fliehkräfte den globalen Norden zunehmend zu desintegrieren scheinen, und neue ‚global player’ im globalen Süden erstarken, scheint es angeraten zu sein, sich noch einmal die Debatten vor Augen zu führen, die über die letzten Jahrzehnte als „postcolonial theory“ die vermachtete Verflechtungsgeschichte der europäischen Kolonialisierung thematisiert haben. In diesem Seminar wollen wir uns ausgehend von Klassikern der postkolonialen Debatte auch mit den Debatten beschäftigen, die sie in den unterschiedlichen Disziplinen losgetreten haben – in der Philosophie, der Kunstgeschichte, der Geschichts- und Literaturwissenschaft oder der Ethnologie und anderer in unserem Seminar beteiligten Disziplinen. Während wir uns dabei die wichtigsten Konzepte dieser Theoriedebatten aus Werken von Autoren wie Franz Fanon, Edward Said, Homi Bhabha, Gayatri Chatravorky Spivak, Partha Chatterjee und Dipesh Charkrabarty und Anne Laura Stoler gemeinsam erschließen wollen (Auswahl werden wir gemeinsam festlegen), werden wir uns in einer abschließenden Blocksitzung exemplarisch die Diskussionen vorstellen, die diese Autorinnen und Autoren in unseren jeweiligen Disziplinen ausgelöst haben.

Das Seminar findet 14tägig statt und verlangt die Bereitschaft, kontinuierlich größere Textmengen vorzubereiten. Die Sitzung am 6. Juni wird durch die Teilnahme an einem ausgewählten Panel der Global South Study Konferenz (7–9. Juni) ersetzt.

Weitere Termine: 9. und 23. Mai, 13. und 27. Juni, 11. und 18. Juli 2017

Für die Blocksitzung sind der 7. und 8. Juli freizuhalten.

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Seminar: "Atmosphärenforschung"
Dozentin: Dr. Marie Louise Herzfeld-Schild

Termin: Mittwochs, 12:00–13:30 Uhr
Raum: 0.B02 (Gebäude 210b, Aachener Str. 217, EG links)

Seitdem Hermann Schmitz und Gernot Böhme den Begriff der Atmosphäre als quasi-objektives Außen der menschlichen Gefühle in den Blick genommen haben, hat insbesondere in Phänomenologie, Ethnologie, Medien-, Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaften das Interesse für Atmosphärisches laufend zugenommen. Dabei werden Schmitz’ und Böhmes Atmosphärenkonzepte als Beschreibungsinstrumente für unterschiedliche kulturelle und ästhetische Kontexte erprobt und erweitert. Darüber hinaus liefern sie methodische Vorschläge für analytische Zugänge zu den eher ephemeren Aspekten der Lebenswelt, die sich zwar einer genauen Beschreibung entziehen, dafür aber emotional umso deutlicher Kontur annehmen.
Das Seminar möchte ausgehend von Schmitz’ und Böhmes grundlegender Forschung der Bedeutung von Atmosphären in unterschiedlichen kulturellen, medialen und ästhetischen Kontexten nachgehen und im interdisziplinären Diskurs Chancen und Grenzen des Atmosphärenbegriffs aufzeigen.

Einführende Grundlagentexte:
Böhme, Gernot (2006): Architektur und Atmosphäre. München/Paderborn: Fink
Ders. (1998): Anmutungen: Über das Atmosphärische. Ostfindern: Edition Tertium
Ders. (1995): Atmosphäre: Essays zur neuen Ästhetik. Frankfurt a.M.: Suhrkamp
Heibach, Christiane (ed.) (2012): Atmosphären: Dimensionen eines diffusen Phänomens. München/Paderborn: Fink
Schmitz, Hermann (2014): Atmosphären. Freiburg/München: Alber

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Seminar: "Ernst Kapps Grundlinien einer Philosophie der Technik (1877): Wissenschaftsgeschichte anhand von Begriffsentwicklung und Kontroversen "
Dozenten: Dr. Adi Efal-Lautenschläger, David Sittler

Termin: Freitags, 14:00–15:30 Uhr
Raum: Lounge des Research Labs (Gebäude 210b, Aachener Str. 217, 2. OG links)

Das Seminar konzentriert sich auf ein Close-Reading des Buches Grundlinien einer Philosophie der Technik (1877) von Ernst Kapp. Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Studierende, die sich besonders für neuere Wissens- und Wissenschaftsgeschichte oder Erkenntnistheorie interessieren. Von Kapps Texten ausgehend, möchten wir uns kritisch mit der Geschichte der deutschen Technikphilosophie befassen. Das bedeutet Begriffsgeschichte aufzuarbeiten und zwar mit zwei Zielen: erstens eines besseren Verständnisses zeitgenössischer Technik-Diskurse und Diskussionszusammenhänge um Kapp herum. Zweitens einer Arbeit an gegenwärtigen Begriffen in den aktuellen Kontroversen in der Technikphilosophie.

Philologisch sowie begriffs- und konzeptgeschichtlich betrachtet, wollen wir uns gemeinsam die Frage stellen: von wo aus, wie und wohin hat sich die Technikphilosophie als eigene philosophische Gattung entwickelt? Welche intellektuellen Strömungen waren in diesem Prozess, während und seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts involviert? Wie und was können Schriften der Technikphilosophie aus dieser Zeit zu unseren aktuellen technischen Fragenstellungen beitragen?

Die Studierenden sollen zusätzlich zur Diskussionsbeteiligung in der Form aktiv zum Seminar beitragen, dass Sie jeweils als Einleitung der Sitzungen Abschnitte des Buches für die Diskussion aufbereiten oder in einem Impulsreferat ein zentrales Konzept Kapps in eigenen Worten erklären.

Entsprechende Hausarbeitsthemen werden in Einzelgesprächen gemeinsam mit den Studierenden erarbeitet, um eine fruchtbare Verbindung zwischen der kollektiven Lektüre Kapps und den eigenen fachspezifischen Forschungsinteressen zu gewährleisten.

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Seminar: "Utopien"
Dozenten: Dr. Mario Schmidt, Dr. Philipp Steinkrüger

Termin: Dienstags, 12:00–13:30 Uhr
Raum: 3. A06 (Gebäude 210b, Aachener Str. 217, 3. OG rechts)

Beschreibungen idealer und von der gegenwärtigen Situation radikal unterschiedener Formen sozialen Zusammenlebens finden sich in vielen Gesellschaften. Sie werden sowohl in philosophischen und literarischen Texten als auch in religiösen Mythen dargestellt. Utopien, so scheint es, übten zu allen Zeiten großen Einfluss auf die Reflektion über unsere Gesellschaft aus und formten unser Denken.

Das Seminar verfolgt zwei Ziele: zum einen werden wir herausarbeiten, welche Formen Utopien annehmen können, welche grundsätzliche Eigenschaften sie besitzen und ob es strukturelle Ähnlichkeiten zwischen ihnen gibt. Zum anderen fragen wir, zu welchen Zwecken Utopien außerhalb und innerhalb der Wissenschaften verwendet wurden und verwendet werden können. Letztere Frage ist rezent insbesondere in der Ethnologie explizit aufgeworfen worden. Ethnologen versuchen einerseits, Utopien als epistemologisches Instrument zu etablieren, andererseits zielen einige Ethnologen darauf ab, die Kraft von Utopien für eine tatsächliche Neugestaltung der Gesellschaft fruchtbar zu machen (z. B. Viveiros de Castro).

Das Seminar nimmt hierfür eine breite Auswahl von Utopien (bei längeren Texten in Ausschnitten) in den Blick. Wir werden sowohl klassische Utopien (z. B. Platons Staat, Montaignes Über Kannibalen, Moores Utopia, Skinners Walden Two und Le Guins The Day Before the Revolution) lesen, aber auch Texte aus dem Bereich der Anthropologie besprechen, die üblicherweise nicht zum Kanon utopischer Texte gezählt werden (z. B. Clastres’ Staatsfeinde, Kramers und Sigrists Sammelband Gesellschaften ohne Staat, Worsleys Arbeiten zu melanesischen Cargo-Kulten und Stover und Harrisons Apeman, Spaceman).

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