zum Inhalt springen

Dissertationsprojekt von Giulia Marinelli

Ciceros Verteidigungsrede für Marcus Fonteius (pro M. Fonteio). Edition, Kommentar, Analyse und Interpretation (Arbeitstitel)

Bei dem vorliegenden Dissertationsprojekt handelt es sich um eine systematische und umfassende Betrachtung der Verteidigungsrede, mit der Cicero vermutlich im Jahr 69 v. Chr. für M. Fonteius eintrat. M. Fonteius wurde im Zusammenhang mit seiner Statthalterschaft in der römischen Provinz Gallia Narbonensis (bzw. Transalpina), deren Datierung noch umstritten ist, angeklagt. Diese Rede stellt die wichtigste Quelle zur Geschichte dieser Provinz dar. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Ansatzpunkt für die Darstellung der Dynamiken sowohl der römischen Außenpolitik als auch der römischen Außenwirtschaft dieser Jahre. Da der Text dieser Verteidigungsrede in einem sehr fragmentarischen und problematischen Überlieferungszustand tradiert ist, soll das Dissertationsprojekt zunächst eine aktualisierte kritische Ausgabe und einen verwendbaren Text der Rede liefern. Weiterhin wird eine textliche Auswertung, die auf sprachliche und syntaktische, sowie auf rhetorische und stilistische Fragen eingehen wird, entwickelt. Die erkennbaren Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten mit den verrinischen Reden, die im Rahmen der Ciceroforschung eine wichtige Rolle spielen könnten, werden in dem Dissertationsprojekt erläutert und vertieft. Ziel des Projekts ist es schließlich, die sich aus der Rede ergebenden Aspekte der römischen Geschichte, Politik und Wirtschaft dieses Zeitraums zu untersuchen, einhergehend mit einer eigenen und innovativen Interpretation des Prozesses und des betreffenden Ereignisses. Ziel ist es, dass damit die Wichtigkeit dieser Rede für das Verständnis der römischen Republik sowie der Person Ciceros als Anwalt, Redner und Politiker erfasst und anerkannt wird.

 

Kurzbiographie

Giulia Marinelli, geboren 1992, studierte klassische Philologie an der Universität La Sapienza in Rom. 2013 schloss sie ihren Bachelor mit der Arbeit „Das Bild des Romulus im dritten Buch von Ovids Fasti“ ab. 2015 bekam sie ihren Masterabschluss mit einer Arbeit zum Thema „Aspekte der römischen Politik in der ciceronianischen Rede pro Sulla“. Während des Sommersemester 2015 studierte sie als Erasmusaustauschstudentin an der Universität zu Köln. Seit Oktober 2016 ist sie Stipendiatin der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities und promoviert an der Universität zu Köln beim Institut für Altertumskunde unter der Betreuung von Prof. Dr. Jürgen Hammerstaedt mit einer Cotutela an der Universität La Sapienza unter der Betreuung von Prof. Dr. Elio Lo Cascio.

Kontakt: giuliamarinelli12(at)gmail.com

 

Titelbild: Cesare Maccari: "Ciceros Rede gegen Catilina", 1888, Palazzo Madama (Rom) // Portraitfoto: Patric Fouad