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Doctoral Training Partnership mit der Uni Cambridge

a.r.t.e.s. zu Gast bei der Nachwuchskonferenz „Time and Temporality“

von Lars Juschka

Vom 14. bis 16. September 2016 nahmen zehn Promovierende der Philosophischen Fakultät in Begleitung von a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer an der Nachwuchskonferenz „Time and Temporality“ in Cambridge teil. Im Rahmen der Doctoral Training Partnership (DTP) des Arts and Humanities Research Council (AHRC) der Universität Cambridge kamen Doktorandinnen und Doktoranden von fünf Institutionen zusammen: Neben Köln und Cambridge waren Promovierende der Australian National University (ANU), der European University in St. Petersburg (EUSP) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dabei.

 

Internationale Kooperation für langfristige Partnerschaft

Durch das internationale Teilnehmerfeld wurde die Konferenz ganz unbeabsichtigt zu einem Prüfstein des „Brexit“-Votums, das Europa nur wenige Wochen vorher erschüttert hatte. Trotz aller vorherrschenden Unsicherheiten schien eine der deutlichsten Auswirkungen des Votums eine aufrichtige Öffnung der Universität zu sein, so a.r.t.e.s.-Stipendiat Rogier van Bemmel über seinen ersten Eindruck: „Wer dachte, eine etwas verschlossene Elite-Universität vorzufinden, hatte sich geirrt!“ Mit Teilnehmenden aus Amerika, Russland, Australien und Europa habe die für und von Promovierenden organisierte Konferenz für ihn vielmehr eine einzigartige Chance dargestellt, sich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen aus aller Welt auszutauschen.

Das Arts and Humanities Research Council fördert in Cambridge in den nächsten fünf Jahren jährlich 52 geisteswissenschaftliche Promotionsprojekte. Um den internationalen Austausch dieses Programms zu unterstützen, wird jedes Jahr eine international besetzte Konferenz für Promovierende organisiert. a.r.t.e.s. fungiert während der gesamten Förderzeit als eine von vier internationalen Partnerorganisationen. Diese langfristige Partnerschaft bietet Promovierenden von a.r.t.e.s. die einzigartige Chance, sich in einem interdisziplinären und internationalen Rahmen mit Promovierenden von gleich vier Universitäten auszutauschen. 

Ab ins Web: #timecambridge

Das Thema der diesjährigen Konferenz, “Time and Temporality“, wurde aus Sicht der verschiedenen vertretenen Disziplinen – ob Philosophie, Anthropologie, Afrikanistik, Germanistik, Theologie, Geschichte oder Kunstwissenschaft – intensiv beleuchtet. Doch nicht nur der wissenschaftliche Austausch zwischen den Doktorandinnen und Doktoranden selbst stand im Mittelpunkt. Die Konferenz zielte auch darauf ab, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen: So wurden beispielsweise alle Teilnehmenden aufgefordert, in kurzen Videos ihre Themen vorzustellen, die im Vorfeld der Konferenz auf Facebook veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wurde der bekannte BBC-Journalist Vincent Hunt engagiert, der die gesamte Konferenz mit Podcasts, Tweets und Fotos begleitete. Unter dem Hashtag #timecambridge sind die Bilder und Kommentare, die einen lebendigen Eindruck der Konferenz vermitteln, zu finden.

„Global Challenges for Young Scholars“

Die drei Tage waren eng getaktet: 44 Vorträge, drei Keynotes, zwei Roundtable Discussions, eine Tanzveranstaltung und ein Formal Dinner garantierten ein intensives Programm. Zugleich war die Stimmung ungezwungen, wie Rogier berichtet: „Wie so oft bei interdisziplinären Veranstaltungen sorgte die wenige Konkurrenz für eine besondere Hilfsbereitschaft und den fruchtbaren Austausch. Zugleich war damit der Nutzen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein anderer als bei Fachtagungen: Weniger die detaillierte Platzierung der eigenen Argumente innerhalb einer Forschungsgemeinschaft als vielmehr die Erweiterung der eigene Sicht durch den Blick aus verschiedene Fächer standen im Mittelpunkt.“ Während der Diskussion zu „Global Challenges for Young Scholars“, in der alle Delegationen die Situation junger Akademikerinnen und Akademiker in ihren jeweiligen Bildungssystemen miteinander verglichen, stellten sich die Herausforderungen bei allen Unterschieden der Forschungskulturen doch als ähnlich heraus. Umso spannender waren die verschiedenen Antworten auf die kollektive Frage, wie die Geisteswissenschaften daran mitwirken können, ernst genommen zu werden. Am erfreulichsten war am Ende der ereignisreichen Woche die Erkenntnis, dass alle Kölner Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre Promotionsprojekte neue Impulse und Perspektiven mitnehmen konnten.

Die Reise wurde durch DAAD-Fördermittel im Rahmen von "a.r.t.e.s. international – for all" unterstützt.

"a.r.t.e.s. international – for all" wird gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).