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Dissertationsprojekt von Christopher Quadt

Von Realismus und Klassenkampf – Uwe Timm im Diskurs des literarisch-politischen Verlagsexperiments der AutorenEdition (Arbeitstitel)

 „Die gesellschaftlichen Probleme […] so anschaulich und unterhaltsam [darzustellen], daß auch jene sie wiedererkennen können, über deren Köpfe bisher meist hinweggeschrieben wurde.“ Dieser Auszug aus der Programmatik der 1973 gegründeten AutorenEdition deutet nicht nur auf eine für die Zeit typische literarisch-politische Ausrichtung des Verlags in der Tradition der 1968er Studentenbewegung hin; gerade der unterhaltende Aspekt zielt auf eine breite Leserschaft, die sich von den Rezipienten der „Alternativliteratur“ der 1970er Jahre wesentlich unterscheidet. Als ein dazu noch von den Autoren autonom verwalteter Verlag innerhalb des Bertelsmann Verlags stellt die AutorenEdition dabei besonders für den Mitgründer und -herausgeber Uwe Timm den Beginn eines Erfolgsweges zu einem der heute bekanntesten deutschen Gegenwartsautoren dar.

Trotz dieser literarhistorischen Schlüsselstellung ist die AutorenEdition bisher noch nicht Gegenstand umfassenderer monografischer Untersuchungen geworden, vielmehr ist sie eine ‚bekannte Unbekannte‘ in dem Sinne, dass vergleichsweise oft auf sie verwiesen wird, allerdings ohne dass dabei auf ein abgesichertes Wissen zurückgegriffen werden könnte. Das unter dem Arbeitstitel „Von Realismus und Klassenkampf – Uwe Timm im Diskurs des literarisch-politischen Verlagsexperiments der AutorenEdition“ gefasste Promotionsvorhaben setzt an dieser Leerstelle an. Innerhalb des Projekts wird mit Materialien und Archivalien gearbeitet, die sich sowohl in Timms Privatbesitz als auch im Monacensia Literaturarchiv der Stadt München befinden und bisher noch nie gesichtet wurden. Aufbauend auf dieser Recherche soll die Geschichte der AutorenEdition rekonstruiert werden. Sowohl die zu sichtenden Materialien als auch die Rekonstruktion dienen dazu, neue Sichtweisen auf Texte sowohl von Uwe Timm als auch von anderen beteiligten Autoren wie Gerd Fuchs oder Uwe Friesel zu entwickeln.

 

Kurzbiographie

Christopher Quadt studierte Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität zu Köln. Im April 2015 schloss er den Master of Arts mit seiner Arbeit über „‘Eine Gewalt des Alltäglichen’ – Zwischen Subjektivität und Entfremdung in Uwe Timms ‚Heißer Sommer‘ und ‚Kerbels Flucht‘“ mit Auszeichnung ab. Bei Prof. Dr. Christof Hamann am Institut für deutsche Sprache und Literatur I ist er seit November 2012 als wissenschaftliche Hilfskraft tätig. Als Stipendiat von a.r.t.e.s promoviert er seit Oktober 2015 unter Betreuung von Prof. Dr. Christof Hamann, Prof. Dr. Ralph Jessen und Prof. Dr. Oliver Ruf. Zusammen mit Kathrin Schuchmann gibt er seit September 2015 die Literaturzeitschrift schliff heraus und schreibt zudem eigene literarische Texte.

Kontakt: christopher.quadt(at)uni-koeln.de

 

Publikationen

Aufsätze in Sammelbänden

Rooting, Custom-ROMs und Jailbreaks. Eine ästhetische Rückeroberung der Macht. In: Smartphone-Ästhetik. Zur Philosophie und Gestaltung mobiler Medien, hg. v. Oliver Ruf, Bielefeld: transcript. (erscheint vorauss. im Mai 2017)

Waka Waka (This Time for Africa): Kritische Perspektiven auf eine popkulturelle Inszenierung von Hybridität. In: Postkolonialismus und (Inter-)Medialität. Perspektiven der Grenzüberschreitung im Spannungsfeld von Literatur, Musik, Fotografie, Theater und Film, hg. v. Laura Beck u. Julian Osthues, Bielefeld: transcript 2016, S. 323–342.

Fachrezensionen

Rezension zu: Oliver Ruf: Kreatives Schreiben. Eine Einführung. Tübingen: A. Francke Verlag 2016. Erscheint in: Wirkendes Wort.

Herausgeberschaften

schliff. Literaturzeitschrift N°6, hg. v. Kathrin Schuchmann u. Christopher Quadt. München: edition text+kritik. (erscheint vorauss. im Juni 2017)

schliff. Literaturzeitschrift N°5, hg. v. Kathrin Schuchmann u. Christopher Quadt. München: edition text+kritik 2016.

schliff. Literaturzeitschrift N°4, hg. v. Kathrin Schuchmann u. Christopher Quadt. Düsseldorf: Edition Virgines 2016.

Literarische Publikationen

hinterland. In: schliff. Literaturzeitschrift 2, hg. v. Maximilian Mengeringhaus u. Kathrin Schuchmann, Düsseldorf 2015, S. 23–31.

vs. Kong. In: schliff. Literaturzeitschrift 1, hg. v. Maximilian Mengeringhaus u. Kathrin Schuchmann, Düsseldorf 2014, S. 23–26.

 

Vorträge

Moderator und Interviewpartner von David Hugendick im Rahmen der Ringvorlesung "Germanistik und Beruf" an der Universität zu Köln, November 2016.

Von Einsen und Nullen. Über die (Un-)Möglichkeiten von digitalen Medien im Unterricht. Universität zu Köln, VL "Einführung Deutschdidaktik" v. Prof. Dr. Christof Hamann, Juni 2016.

Moderator und Interviewpartner von Christoph Schröder im Rahmen der Ringvorlesung "Germanistik und Beruf" an der Universität zu Köln, Dezember 2015.

”Onkel Bumba aus Kalumba tanzt nur Rumba” – Popmusik über und aus Afrika. Evangelische Akademie Villigst, Tagung ”Der ungeheure Kontinent. Afrika in westlichen Medien: Film, Literatur, Musik”, 18.–20. Januar 2013

Die Rolle der Popmusik in Benjamin v. Stuckrad-Barres ’Soloalbum’. Universität zu Köln, VL „Prosa der Gegenwartsliteratur“ v. Prof. Dr. Christof Hamann, Juli 2012.

 

Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2017

Proseminar "Von Einsen und Nullen. Über die (Un-)Möglichkeiten von Neuen Medien im Unterricht", Institut für deutsche Sprache und Literatur I, Universität zu Köln

Sommersemester 2016

Proseminar "Digitale Medien und Medienkompetenz im Deutschunterricht", Institut für deutsche Sprache und Literatur I, Universität zu Köln

Wintersemester 2015/16

Proseminar: "Didaktik der neuen Medien", Institut für deutsche Sprache und Literatur I, Universität zu Köln

 

Titelbild: AutorenEdition, 1973, v.l.n.r.: Gerd Fuchs, Andreas Hopf, Christian Geissler, Uwe Wandrey, Richard Hey, Uwe Timm (in: Martin Hielscher: Uwe Timm. München 2007, S. 73) // Portraitfoto: Patric Fouad