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Dissertationsprojekt von Giuseppina di Bartolo

Einflüsse des Lateinischen auf die griechische Syntax dokumentarischer Papyri (Arbeitstitel)

Bei dem vorliegenden Dissertationsvorhaben handelt es sich um eine Untersuchung der griechischen Sprache der ägyptischen Papyri in der römischen Zeit (1.–3./4. Jh. n. Chr.). Die dokumentarischen Papyri sind Zeugnisse des öffentlichen und privaten Lebens, die mit der Geschichte Ägyptens verknüpft sind und die Einflüsse des Alltags widerspiegeln. Es handelt sich um Dokumente, die normalerweise in einer ungekünstelten, flexiblen und manchmal auch spontanen Sprache verfasst sind – z. B. Privatbriefe, militärische Berichte, Verträge, Schulübungen. Aus diesem Grund manifestiert sich in ihnen die Entwicklung beider klassischen Sprachen in einer lebendigeren Weise als in den literarischen Texten und sie weisen eine größere Anzahl von fremden Erscheinungsformen auf, die aus anderen Sprachkontexten kommen.

Ziele der Dissertation sind, die Entwicklung der griechischen Sprache kaiserzeitlicher und spätantiker Papyri zu untersuchen, die Lücke der grammatikalischen Studien zu den griechischen Papyrusquellen im Bereich der Syntax zu füllen, die Sprache der Papyrustexte auf Einflüsse der lateinischen Sprache zu überprüfen und – aufgrund der zentralen Rolle der Sprache innerhalb einer Gesellschaft – einen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung der Akkulturationsprozesse in diesem geographischen Raum zu leisten.

 

Kurzbiographie

Giuseppina di Bartolo, geboren 1988, studierte Klassische Philologie in Italien. Sie schloss 2010 ihren Bachelor an der Universität zu Catania und 2012 ihren Master an der Universität zu Pisa ab, mit einer Arbeit über die lexikalischen Einflüsse des Lateinischen auf das Griechische der ägyptischen Papyri. Bereits während ihres Studiums lag der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf der Grammatik der spätgriechischen Sprache und auf Kontaktphänomenen zwischen Latein und Griechisch. Seit September 2013 promoviert sie an der Universität zu Köln beim Institut für Altertumskunde unter der Betreuung von Prof. Dr. Jürgen Hammerstaedt zu der griechischen Syntax der Papyri der römischen Zeit mit Fokus auf den Einflüssen des Lateinischen und seit April 2014 ist sie Stipendiatin der a.r.t.e.s. Graduate School of Humanities der Kölner Universität. Zusätzlich wird ihre Promotion im Rahmen des mehrsprachigen Programms „Doctor Europeus“ unter der Betreuung von Prof. Dr. Klaus von Heusinger und Prof. Dr. Albio Cesare Cassio mit einer Cotutelle an der Universität zu Lüttich unter der Betreuung von Prof. Dr. Bruno Rochette durchgeführt.

Kontakt: g.dibartolo(at)smail.uni-koeln.de

 

Publikationen

Rezension zu: Richard Stoneman, Pindar, London / New York: I. B. Tauris 2014, in: Antiquité Classique 85, 2016.

Vorträge

„Final and Consecutive clauses in the Greek documentary Papyri of the Roman Period“, 15.–17. Februar 2016, Conference „Postclassical Greek: Intersections of Philology and Linguistics“, Mainz.

„Zweisprachigkeit im griechisch-römischen Ägypten / Bilinguisme dans l’ Égypte grec-romaine“, 03.–04. Juli 2015, „Ecole doctorale transfrontalière LOGOS“, Université de Liège, Lüttich.

 

Titelbild: P. Oxy. XLIX 3488. Lease of Land, 70 n. Ch., ed. S.S. Foulk, J. R. Rea (1982), Herkunft: Oxyrhynchus, Ortsangabe: Papyrology Rooms, Sackler Library, Oxford // Portraitfoto: Patric Fouad