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Dr. Bernhard Hollick

Forschungsprojekt

Ovid und die Oxford Calculators: Dichtung und Wissenschaft im spätmittelalterlichen England (--> Projektprofil)

 

Kurzbiographie

Bernhard Hollick hat Lateinische Philologie des Mittelalters, Philosophie und Germanistik in München, Freiburg, Heidelberg und Florenz studiert. Seinen Magister Artium erwarb er 2006 in Lateinischer Philologie des Mittelalters mit einer Arbeit zum „Opusculum de octo vitiis principalibus“ des Reichenauer Universalgelehrten Hermannus Contractus. Im Rahmen seiner 2011 abgeschlossenen Promotion befasste er sich mit den in der Handschrift Luxemburg, Bibliothèque nationale de Luxembourg, MS 9 (saec. XII) enthaltenen Glossen zu Priscian, Porphyrius und Aristoteles, anhand derer er versuchte, Licht auf die Rezeption antiker Logik und Grammatik in den Schulen und Klöstern des frühen 12. Jahrhunderts zu werfen. Nach der Promotion war er im WS 2011/12 und SS 2012 am philosophischen Seminar der TU Braunschweig tätig, bevor er ein einjähriges Mellon Research Fellowship am Pontifical Institute of Mediaeval Studies in Toronto erhielt. Vom WS 2013 bis zum SS2015 gehört er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe „Transformations of Knowledge“ an. In diesem Rahmen widmet er sich einen Projekt über „Ovid und die Oxford Calculators. Wissenschaft und Dichtung im spätmittelalterlichen England“. Darauf folgten das vom DAAD (P.R.I.M.E.) geförderte Projekt „Thomas Walsingham and Mythography in Late Medieval St Albans“ in Köln und Exeter, sowie ab 1.3.2018 das DFG-Projekt „Die mythographische Predigt im spätmittelalterlichen England: Klassizismus, Diskurs und klerikale Identität, 1330-1450, das am DHI London angesiedelt ist.

 

Forschungsinteressen

Im Zentrum meiner Forschung steht die Rezeption antiker Autoren (vor allem Aristoteles und Ovid) im lateinischen Mittelalter sowie ihre literarische, diskursive und identitätsstiftende Funktion in milieuspezifischen Wissenskulturen. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Kontext der Interaktion von narrativen und poetischen Darstellungsformen mit scholastischen Diskursen. Naturgemäß spielen dabei Genres wie Lehrgedicht, Kommentar und Predigt eine zentrale Rolle.
Mein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Mythosrezeption unter Vertretern der gelehrten Klerus im England des ausgehenden Mittelalters, d.h. in einem Zeitraum, der zurecht als „an age of continuous controversies“ beschrieben wurde.
Das Ergebnis dieser Forschungstätigkeit waren neben diversen Aufsätzen, Lexikonartikeln und Rezensionen auch zwei Monographien: die lateinisch-deutsche Ausgabe „Hermann der Lahme - Opusculum Herimanni (De octo vitiis principalibus). Eine Vers- und Lebensschule, Heidelberg 2008, 22016“, sowie meine Erlanger Dissertation „Anonymi Epternacensis Glossae in Logicam. Studie mit kritischer Edition der Texte (Rarissima Mediaevalia 5), Münster 2015.