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Dissertationsprojekt von Kim Alings

Auctoritas. Semantische Zugänge zu einem Schlüsselbegriff des 9. Jahrhunderts (Arbeitstitel)

„Zwei sind es ja, erhabener Kaiser, von denen diese Welt vornehmlich regiert wird: die heilige Autorität der Bischöfe (auctoritas sacrata pontificum) und die herrscherliche Gewalt (regalis potestas).“

Dies schrieb Papst Gelasius I. 494 an den byzantinischen Kaiser Anastasios I. Kein anderer Satz aus den spätantiken Papstbriefen wurde häufiger im weiteren Geschichtsverlauf zitiert, wenn es um die Frage nach dem Verhältnis zwischen König und Kirche ging. Erstmalig geschah dies auf der Synode von Paris 829. Das Frankenreich glitt direkt in eine Reichskrise hinein. Wieder wurde diskutiert, wie das Verhältnis zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt aussehen sollte. Auctoritas wurde nun besonders in normativen Texten zu einem Schlüsselbegriff. Dabei konnte er unterschiedliche Bedeutungen haben. Zum Einen wurde er als Lehrbegriff, zum anderen als politischer Begriff verstanden. Ziel des Dissertationsprojektes soll eine synchron semantische Erfassung des auctoritas-Begriffs in karolingischen Quellen sein. Die sprachliche Verfasstheit der vor und in der Zeit der Reichskrise entstandenen Texte soll dabei ins Zentrum der Arbeit gerückt werden. Geht man davon aus, dass die Bedeutung und Verwendung von Begriffen, zumal von solchen Schlüsselbegriffen wie auctoritas situativ variabel ist, stellt sich die Frage, wann, wie und warum wurde der auctoritas-Begriff verwendet?

 

Kurzbiographie

Kim Alings promoviert bei Karl Ubl, Matthias Becher und Andreas Speer. Sie ist Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung. Am Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte von Prof. Dr. Matthias Becher ist sie seit 2008 tätig, zunächst als studentische, dann als wissenschaftliche Hilfskraft und Mitarbeiterin. Dort konnte sie bereits Lehrerfahrung sammeln. Weitere praktische Erfahrungen gewann sie durch ihre Arbeit beim Böhlau Verlag in Köln. Zudem ist sie seit 2013 Kollegiatin bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne.

Kontakt: kim.alings(at)gmx.de

 

Vorträge

„Honor regis, honor ecclesiae und honor fidelium in westfränkischen Quellen“, 03. Oktober 2014, Internationaler Workshop „Ehre und Hof. Chancen und Grenzen des politischen Konsenses im Mittelalter“ für Doktorand/inn/en, Universität Tübingen.

 

Lehrveranstaltungen

SoSe 2014: Übung „Gelehrsamkeit im 8. und 9. Jahrhundert“, Institut für Geschichtwissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

WiSe 2013/14: Seminar „Die Christianisierung Westeuropas im frühen Mittelelter“, Institut für Geschichtswissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

 

Titelbild: Hrabanus Maurus, von Alcuin empfohlen, übergibt sein Werk 'De laudibus sanctae crucis' dem Erzbischof Otgar von Mainz; Wien, Österreichische Nationalbibliothek, cod. 652, fol. 2v (Fulda, 2. Hälfte 9. Jahrhundert)  // Portraitfoto: Roman Oranski