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Transformations of Life

Gegenstand der Gruppe „Transformations of Life“ ist das Phänomen und der Begriff des Lebens, aber auch Weltanschauungen und soziokulturelle Praktiken, in denen unterschiedliche Lebenskonzepte hervorgebracht und verhandelt werden. Die Forschergruppe untersucht u.a. den Umgang mit Veränderung von Lebenssituationen und die daraus resultierenden Entscheidungsprozesse von Individuen und Gruppen sowie die ontologisch-ontogenetischen Bedingungen lebendiger Prozesse überhaupt. Hierzu ist ein interdisziplinäres Zusammenspiel von literatur- und kulturwissenschaftlichen, philosophischen und ethnologischen, sozialwissenschaftlichen und historischen Perspektiven erforderlich.

Gemeinsam mit der Gruppe „Transformations of Knowledge“ arbeitet sie daran, „Transformation“ selbst in den Blick zu nehmen und nicht von vorgeordneten Ordnungsbegriffen auszugehen. Zu diesem Zweck haben sich ältere und neuere Theorieansätze zum Thema als fruchtbar erwiesen, insbesondere aus der Ethnologie („Liminalität“), Philosophie („Pragmatismus“) und praxistheoretischer Theoriebildung („Ethnomethodologie“, „Akteur-Netzwerk-Theorie“), die im interdisziplinären Gespräch ausgewertet und weiter entwickelt werden. Die Herausforderung dieser Ansätze besteht darin, die Praxis allen beteiligten Elementen und Kategorien vorzuordnen – soziale Ordnungen und Begriffsschemata, Handlungen und Akteure mit ihren Intentionen und Identitäten werden in dieser Perspektive in Handlungsvollzügen hervorgebracht. Transformation erweist sich als die Grundlage erklärungsbedürftiger Figurationen und Ordnungen von „Leben“ und „Wissen“.