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a.r.t.e.s. Research Lab

Das a.r.t.e.s. Research Lab fördert den unmittelbaren Übergang von der Promotion zu einer weiterführenden wissenschaftlichen Karriere. Gemäß den Leitlinien der a.r.t.e.s. Graduate School steht das Research Lab für einen integrativen und interdisziplinären Ansatz in den humanities, der den Dialog über die eigenen Fächergrenzen hinaus ins Zentrum rückt. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler befassen sich hier mit Fragestellungen zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie sowie mit Fragen der Anthropologie und Lebenswissenschaften. Durch neue Akzentsetzungen bereichert das Research Lab die Arbeit an der a.r.t.e.s Graduate School in Forschung und Lehre, trägt innerhalb der Philosophischen Fakultät zu einer Erweiterung interdisziplinärer Fragestellungen bei und bietet ein attraktives Angebot für internationale Forscherinnen und Forscher.

Die Arbeit des a.r.t.e.s. Research Lab verteilt sich auf die beiden Schwerpunkte „Transformations of Knowledge“ und „Transformations of Life“. Die Forscherinnen und Forscher des Research Lab verfolgen sowohl individuelle Forschungsprojekte wie auch diverse Kooperationsprojekte. Mittels gemeinsamer Veranstaltungsformate wird ein reger Austausch gepflegt und auf weltweite, wissenschaftliche Vernetzungen zurückgegriffen, welche kontinuierlich erweitert werden.

Forschungsschwerpunkte

Beim Schwerpunkt „Transformations of Knowledge“ geht es innerhalb des Forschungskontextes der a.r.t.e.s. Graduate School um ein Verständnis von Wissensprozessen in ihrer historischen und medialen Dynamik, in der spezifischen Verbindung von Genese und Geltung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Prozessen der Transformation von Wissensbeständen und -formaten. Zwischen verschiedenen literarischen Genres und wissenschaftlichen Disziplinen, Medien und Überlieferungsträgern, sowie Sprachen, Diskursen und Praktiken verlaufend, lassen sich diese häufig anhand der Wahrnehmung und Thematisierung von Unsicherheit und Nichtwissen nachvollziehen, da gerade diese Aspekte eine produktive Unruhe erzeugen können. So richtet sich der Blick auf Transformationen von Wissen notwendigerweise auch auf Ordnung und Repräsentation von Wissen in verschiedenen Medien, Disziplinen, Rezeptionskontexten und epistemischen Kulturen. Von zentraler Relevanz sind hierbei Modelle, wie sie in der Phänomenologie, der philosophischen Anthropologie, der Hermeneutik und der Geschichtstheorie Anwendung finden.

Gegenstand des Schwerpunkts „Transformations of Life“ ist das Phänomen und der Begriff des Lebens, aber auch Weltanschauungen und soziokulturelle Praktiken, in denen unterschiedliche Lebenskonzepte hervorgebracht und verhandelt werden. Untersucht werden der Umgang mit Veränderung von Lebenssituationen und die daraus resultierenden Entscheidungsprozesse von Individuen und Gruppen sowie die ontologisch-ontogenetischen Bedingungen lebendiger Prozesse überhaupt. Hierzu ist ein interdisziplinäres Zusammenspiel von literatur- und kulturwissenschaftlichen, philosophischen und ethnologischen, sozialwissenschaftlichen und historischen Perspektiven erforderlich.

Forschung im Research Lab arbeitet daran, „Transformation“ selbst in den Blick und nicht von vorgeordneten Ordnungsbegriffen auszugehen. Zu diesem Zweck haben sich ältere und neuere Theorieansätze zum Thema als fruchtbar erwiesen, insbesondere aus der Ethnologie („Liminalität“), Philosophie („Pragmatismus“) und praxistheoretischer Theoriebildung („Ethnomethodologie“, „Akteur-Netzwerk-Theorie“), die im interdisziplinären Gespräch ausgewertet und weiterentwickelt werden. Die Herausforderung dieser Ansätze besteht darin, die Praxis allen beteiligten Elementen und Kategorien vorzuordnen – soziale Ordnungen und Begriffsschemata, Handlungen und Akteure mit ihren Intentionen und Identitäten werden in dieser Perspektive in Handlungsvollzügen hervorgebracht. Transformation erweist sich als die Grundlage erklärungsbedürftiger Figurationen und Ordnungen von „Leben“ und „Wissen“.